Flughafen Bali Orang-Utan-Junges vor russischem Touristen gerettet

Beamte haben auf Bali einen russischen Touristen aufgegriffen, der ein Orang-Utan-Kind aus dem Land schmuggeln wollte. Das Tier war mit Drogen betäubt.

BKSDA Bali/ AP

Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali haben Flughafenbeamte einen jungen Orang-Utan vor der illegalen Ausfuhr gerettet. Die Beamten stießen bei der Untersuchung des Gepäcks eines russischen Touristen auf den etwa zwei Jahre alten Menschenaffen, der betäubt in einem Rattankorb lag, wie die Zeitung "The Jakarta Post" berichtete.

Der Tourist wurde wegen versuchten Schmuggels festgenommen. Er behauptete laut der Zeitung, das Tier für 3000 US-Dollar gekauft zu haben. Ein Freund habe ihm gesagt, es sei in Ordnung, den Affen als Haustier mit nach Russland zu nehmen.

Orang-Utans befinden sich mit zwei Jahren noch im Kleinkind-Alter, in dem sie eng bei der Mutter leben. Die Menschenaffen zählen zu den stark bedrohten Arten. In Freiheit leben sie nur noch auf der indonesischen Insel Sumatra und der teilweise zu Indonesien zählenden Insel Borneo.

Fotostrecke

4  Bilder
Orang-Utan-Baby: Rettung vor Schmuggler

Der Chef der Quarantäne-Abteilung des Flughafens, Dewa Delanata, bezeichnete den Umgang des Russen mit dem Tier in der Zeitung als "unmenschlich". Der männliche Orang-Utan sei mit Drogen betäubt worden, sodass er zwei bis drei Stunden bewusstlos in der Rattankiste lag.

Der Tourist habe Spritzen und Betäubungsmittel bei sich gehabt, um sie dem Affen bei der Zwischenlandung in Südkorea zu verabreichen. Das Junge wurde in die Obhut der balinesischen Naturschutzbehörde gegeben. Im Gepäck des Russen fanden die Behörden laut "Jakarta Post" außerdem zwei Geckos und fünf weitere Echsen.

Nach Auswertung von Anfang 2018 ist die Zahl der Orang-Utans allein auf Borneo in den vergangenen 15 Jahren um annähernd 150.000 zurückgegangen. Laut Schätzungen leben auf der Insel heute nur noch zwischen 50.000 und 100.000 der Tiere.

Die große Mehrheit der Menschenaffen stirbt nach Angaben von Forschern eines "unnatürlichen Todes" - entweder durch Wilderer oder dadurch, dass sie ihren Lebensraum verlieren.

Auf Borneo und der Nachbarinsel Sumatra existieren immer weniger Bäume, in deren Kronen die Menschenaffen leben. Im vergangenen Jahrzehnt wurden in den Regionen mehr als sieben Millionen Hektar Regenwald abgeholzt und abgebrannt - eine Fläche so groß wie Bayern.

irb/dpa

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.