Beschwerde abgelehnt Indonesische Richter bestätigen Todesurteil gegen Australier

Keine Gnade für zwei australische Drogenschmuggler: Indonesien will die Todeskandidaten wie geplant erschießen. Richter wiesen eine Beschwerde zurück.

Andrew Chan (l.), Myuran Sukumaran: Zum Tode verurteilt
AFP

Andrew Chan (l.), Myuran Sukumaran: Zum Tode verurteilt


Jakarta - Ein indonesisches Gericht hat eine Beschwerde zweier Australier gegen ihre Hinrichtung zurückgewiesen, nachdem Präsident Joko Widodo ein Gnadengesuch abgelehnt hatte. Das berichtete der Anwalt der beiden Todeskandidaten. Er kündigte an, die Entscheidung des Gerichts anzufechten. "Wir haben zwei Wochen, um in Berufung zu gehen. Wenn das Gesetz beachtet wird, sollte die Exekution aufgeschoben werden, bis das Verfahren beendet ist."

Die beiden waren wegen Drogenschmuggels zum Tode verurteilt worden. Sie sollten noch im Februar erschossen werden, der genaue Termin war unklar. Am vergangenen Freitag hieß es, man wolle den Termin "aus technischen Gründen" um mehrere Wochen verschieben.

In Australien hatte das Todesurteil Bestürzung ausgelöst. Mehr als 150.000 Menschen unterschrieben ein Gnadengesuch, Größen des australischen Showgeschäfts veranstalteten in Sydney ein Benefizkonzert. Auch die australische Regierung hatte mehrfach um Milde gebeten.

Das Gericht in Jakarta erklärte, es habe "nicht das Recht", über die Entscheidung des Präsidenten zu urteilen. "Die Begnadigung ist das Vorrecht des Präsidenten." Präsident Widodo verbat sich Einmischungen aus dem Ausland. "Es ist unser souveränes Recht, unser Gesetz umzusetzen."

Der im Juli vorigen Jahres gewählte Präsident Widodo will hart gegen die Drogenkriminalität vorgehen. Laut Widodo sterben jeden Tag 50 Menschen durch Drogenmissbrauch oder Drogenkriminalität auf der von etwa 250 Millionen Menschen bewohnten Inselgruppe.

sms/Reuters/AFP



insgesamt 84 Beiträge
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redwed11 24.02.2015
1.
Pech für die Beiden. Täglich sterben Süchtige an den Drogen und dann kommen solche Typen und wollen mit dem Elend der Süchtigen das große Geld machen. Jedem der sich auf solch ein dreckiges Geschäft einlässt, kennt das Risiko, wenn er in Indonesien mit Drogen Geschäfte machen will. Die konsequente Haltung der indonesischen Regierung ist bekannt. Daher sollte sich das Mitleid in Grenzen halten, denn wer mit diesem endlosen Elend Geschäfte machen will, muss dann auch die Konsequenzen tragen. Pech gehabt.
sitiwati 24.02.2015
2. eine gute und richtige
Endscheidung haben wir in €uropa längts dn Drogenkrieg verloren greift diese Pest weltweit um sich hier handelt es sich um Professionelle Rauschgifthändler nicht umm Amateure die schenll mal ein paar Gramm verbrauchen mein Tip Videos der HInrichtungen täglich im TV zeigen und an allen Einreisestellen, vor Landungen usw
ratxi 24.02.2015
3. ...was soll er denn noch tun?
Auch als Gegner der Todesstrafe weiss ich, dass Drogen allergrösstes Unheil über die Menschen bringen. Ich kann und mag also nicht für Drogenhändler sprechen. Dazu kommt: Wer nach Indonesien reist, bekommt bei der Einreise Schilder zu sehen, die auf die Todesstrafe bei schweren Drogendelikten hinweisen. Wenn der Staat das also schon klar ansagt, was soll er denn noch tun? Nur weil plötzlich andere Länder ihre Drogenhändler besser behandelt wissen wollen, kann Indonesien nicht klein beigeben. Eine Umwandlung in eine lebenslange Freiheitsstrafe als "Akt der Milde" zu bezeichnen, empfinde ich sowieso als obszön.
agt69 24.02.2015
4. Legalisieren!
"50 Tote durch Drogenmissbrauch und Drogenkriminalität pro Tag." Es ist absolut sinnlos, diese Toten in einen Topf zu werfen, nur weil irgendwie das Wort Drogen darin vorkommt. Und es zeugt von völliger Unkenntnis, wenn man diese Zahl als Begründung für eine harte Anti-Drogen-Politik heranzieht. Drogen lassen sich nicht verbieten, dass haben die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte gezeigt. Je mehr versucht wird, gegen Drogen vorzugehen und je drastischer die Strafen sind, desto höher wird der Preis und desto mehr Menschen finden sich, die in diesem Bereich Geld verdienen wollen. Bei den exorbitanten Gewinnen, die im Drogenhandel möglich sind, ist auch eine mögliche Todesstrafe keine wirksame Abschreckung, zumal das Risiko erwischt zu werden verschwindend gering ist. Es wird Zeit für ein globales Umdenken in der Drogenpolitik, wie es übrigens der Großteil der internationalen schon seit längerem fordert.
freidenker49 24.02.2015
5. Strenge Strafen sind okay
Strenge Strafen und eine hohe Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden, damit lassen sich Gesetze durchsetzen. Und die Straftäter wissen, was ihnen droht. Hier eben die Todesstrafe. Und bei den hohen Kosten für Gefängnisinsassen ist die Todesstrafe auch volkswirtschaftlich sinnvoll. In Singapur konnte die Drogenszene so praktisch ausgerottet werden. Ein Segen besonders für die Jugend, die nun weniger von Sucht bedroht ist.
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