Kirche in Rheinland-Pfalz geschlossen Urin im Weihwasser, Zigaretten im Beichtstuhl

Eine Kirche in Ingelheim wurde immer wieder verdreckt. Der Küster machte unter "Ekelanfällen" sauber - nun hat ein Handwerker den mutmaßlichen Übeltäter erwischt.

Beichtstuhl in einer Kirche (Symbolbild)
David Bise/ EyeEm/ Getty Images

Beichtstuhl in einer Kirche (Symbolbild)


Die Kirche St. Remigius in Ingelheim, Rheinland-Pfalz, bleibt wegen Vandalismus vorerst geschlossen. "Wir wollten eigentlich ein offenes Gotteshaus", sagte Pfarrer Christian Feuerstein laut einer Meldung des Bistums Mainz. "Leider hat eine offene Kirche aber die Kehrseite, dass sie immer wieder Ort für Verunreinigung und Vandalismus wird."

Mehrfach seien Opferstöcke aufgebrochen worden und Kerzenleuchter verschwunden. Im Beichtstuhl habe jemand Zigarettenasche hinterlassen, im Weihwasserbehälter habe man Urin gefunden. Der Küster habe diese Verunreinigungen "unter Ekelanfällen" beseitigt, teilte das Bistum mit. "Gott sei Dank."

Laut der "Allgemeinen Zeitung" hat die Polizei inzwischen einen Verdächtigen gefasst. Der Mann versuchte demnach, das "Ingelheimer Neue Testament" zu stehlen. Mitglieder von fünf Ingelheimer Kirchengemeinden haben laut Bericht den Text des Neuen Testaments vor rund 16 Jahren von Hand abgeschrieben. Das Original diene einer Gemeinde jeweils ein Jahr lang als Altarbibel, eine Kopie liege aber in jeder beteiligten Kirche aus, auch in St. Remigius.

Diese Kopie habe der Mann aus der Kirche tragen wollen - doch ein Handwerker habe ihn erwischt. Er verfolgte den Dieb, Polizisten nahmen ihn später fest. Es handle sich um einen 36-Jährigen, der einen verwirrten Eindruck gemacht habe. Da er wegen ähnlicher Vorfälle bereits zuvor aufgefallen sei, werde er inzwischen in einer Einrichtung betreut.

jpz



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