HipHop-Duo "Insane Clown Posse" Wahnsinnige Clowns im Visier des FBI

Gewaltsame Texte, gewaltsame Fans? Die amerikanische Horror-HipHop-Gruppe "Insane Clown Posse" klagt gegen das FBI, weil es ihre Fans als Gang behandelt und gezielt verfolgt. Manche der sogenannten Juggalos sollen ihren Job oder das Sorgerecht für ihr Kind verloren haben.

AP

Detroit - Ihre Alben heißen "Teufelsgrube" oder "Karneval des Gemetzels". Viele ihrer Lieder handeln von den Seelen Verstorbener, die auf das Jüngste Gericht warten. Sie sind geschminkt wie Clowns, und nicht die von der netten Sorte.

Mit ihrem düsteren Horror-HipHop hat das amerikanische Duo "Insane Clown Posse" (etwa: Wahnsinnige Clown-Bande) eine ergebene Fangemeinde hinter sich geschart, die sogar einen eigenen Namen hat: die sogenannten Juggalos. Auf ihren Autos kleben Sticker mit einem wie aus Blut geschriebenen Juggalo-Schriftzug, viele tragen Ketten mit Beil-Anhängern oder ein schwarzes "J" als Tattoo.

Dem FBI ist die Fangruppe suspekt. Mehrere Juggalos seien durch Vandalismus oder sogar Gewaltverbrechen aufgefallen, erklärt die amerikanische Bundespolizei. Deswegen listet sie die Fangruppe seit 2011 als "lose organisierte Hybrid-Gang". Wer sich als Juggalo zu erkennen gibt, darf von Polizisten angehalten und durchsucht werden, ohne dass es Hinweise auf ein Verbrechen geben muss.

"Wir erzählen gerne Horror-Geschichten"

Die Band nennt die Vorwürfe absurd - und klagt nun gemeinsam mit vier Fans dagegen. "Organisiertes Verbrechen ist absolut kein Teil der Juggalo-Kultur", heißt es in ihrer Klageschrift. Konkrete Vorwürfe würden nur gegen ein paar Fans erhoben. Würden Fans der Hippie-Gruppe "Grateful Dead" verfolgt, "nur weil ein paar von ihnen Drogen verkaufen?", fragt der Anwalt der Band, Saura Sahu, rhetorisch.

Die Band fühlt sich von den Behörden missverstanden. Ihre Texte seien oft gewalttätig, aber fiktiv. "Wir versuchen der Stephen King der Musik zu sein", sagte Sänger Joseph Bruce alias Violent J dem "Rolling Stone". "Wir erzählen gerne Horror-Geschichten."

Die Nachteile, die viele treue Fans erleiden, sind dagegen sehr real. Scott Gandy, einer der Kläger, wurde bei seiner Bewerbung für die Armee aufgefordert, seine Juggalo-Tattoos entfernen zu lassen. Andere sollen ihren Job oder das Sorgerecht für ihre Kinder verloren haben.

Inzwischen stellt sich auch die Bürgerrechtsorganisation ACLU an die Seite der Clown-Bande: "Die Juggalos kämpfen für ihr Grundrecht, frei auszudrücken, wer sie sind, sich zu treffen und ihren Musikgeschmack zu teilen", erklärte ACLU-Rechtsexperte Michael Steinberg.

Bis März muss das FBI nun auf die Klage reagieren. "Wir wissen nicht, ob wir das FBI schlagen können", sagt Sänger Violent J, "aber wir werden ganz bestimmt nicht abwarten und das akzeptieren."

ade



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