US-Bundesstaat Iowa Häftling sieht nach Herzstillstand lebenslange Haft als verbüßt an

Ein US-Gericht musste in einem ungewöhnlichen Fall entscheiden: Ein verurteilter Mörder sah seine lebenslange Freiheitsstrafe als abgegolten an - weil er kurzzeitig verstorben gewesen sei.

Benjamin Schreiber musste bei einer Operation wiederbelebt werden - damit sieht er seine lebenslange Freiheitsstrafe als abgesessen an
Iowa DoC/ AP

Benjamin Schreiber musste bei einer Operation wiederbelebt werden - damit sieht er seine lebenslange Freiheitsstrafe als abgesessen an


Benjamin Schreiber wurde wegen Mordes dazu verurteilt, den Rest seines Lebens im Gefängnis zu verbringen. Dann musste er während einer Operation wiederbelebt werden und argumentierte, dass er kurzzeitig gestorben sei - und damit seine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßt habe.

Ein Berufungsgericht in Iowa musste nun darüber entscheiden, ob die Strafe auch nach einem kurzzeitigen Tod Bestand hat.

Schreiber wurde im Jahr 1996 zu der Freiheitsstrafe verurteilt, da er einen Mann getötet hatte: Laut Medienberichten schlug er mit dem Griff einer Spitzhacke auf das Opfer ein. Er kam ins Gefängnis - ohne die Möglichkeit auf Bewährung entlassen zu werden.

Vor vier Jahren wurde Schreiber Gerichtsdokumenten zufolge in seiner Zelle bewusstlos: Nierensteine hatten eine Blutvergiftung ausgelöst. Der Häftling sei daraufhin in ein Krankenhaus transportiert und dort mehrfach wiederbelebt worden.

Schreiber argumentierte deshalb, dass er durch seinen vorübergehenden Tod seine Strafe verbüßt habe. Er müsse umgehend freigelassen werden. Das medizinische Personal habe ihn gegen seinen Willen wiederbelebt. Zudem sei er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden, "aber nicht zu lebenslang und einem Tag".

Ein Bezirksgericht hielt seine Begründung jedoch bereits im September für nicht überzeugend. Das Berufungsgericht bestätigte nun die Entscheidung der Vorinstanz. Demnach sei Schreiber dazu verurteilt worden, den Rest seines Lebens im Gefängnis zu verbringen, unabhängig davon, wie lange dieser Zeitraum ist oder welche Ereignisse vor seinem Tod geschehen.

"Schreiber ist entweder am Leben, in diesem Fall muss er im Gefängnis bleiben, oder er ist tot, in diesem Fall ist diese Berufung hinfällig", teilte das Gericht mit.

cop/AP

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