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24. Oktober 2014, 16:05 Uhr

Zum Tode verurteilte Iranerin

Reyhaneh Jabbari soll Samstag hingerichtet werden

Immer wieder wurde die Hinrichtung der Iranerin Reyhaneh Jabbari verschoben. Nun soll die 26-Jährige am Samstag exekutiert werden - das berichtet ihr Onkel. Die Eltern seien aufgefordert worden, sich zu verabschieden.

Teheran/Hamburg - Alle Appelle haben offenbar nichts genützt: Die Iranerin Reyhaneh Jabbari soll angeblich am Samstag hingerichtet werden. Wie der Onkel der 26-Jährigen SPIEGEL ONLINE sagte, erhielten die Eltern der jungen Frau einen Anruf aus Jabbaris Gefängnis. "Mein Bruder und seine Frau sind auf dem Weg zu ihr", sagte Fariborz Jabbari. "Sie sollen sich verabschieden."

Seit sieben Jahren sitzt Jabbari wegen Mordes an einem früheren Mitarbeiter des iranischen Geheimdienstes in der Todeszelle. Die junge Frau hatte angegeben, aus Notwehr gehandelt zu haben. Morteza Abdolali Sarbandi habe sie angegriffen und vergewaltigen wollen. Daraufhin habe sie ihn mit einem Messer verletzt und sei geflüchtet.

Der Fall der jungen Frau hatte international Proteste ausgelöst, iranische Künstler hatten sich für Jabbari stark gemacht, im Internet unterschrieben Hunderttausende eine Petition. Die Uno und das US-Außenministerium forderten Iran auf, die Exekution auszusetzen und den Fall neu zu überprüfen. Zuletzt appellierte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in einem Brief an seinen Amtskollegen Ali Larijani. Er habe mehrere Hinweise erhalten, wonach Reyhaneh Jabbari keinen fairen Prozess bekommen habe.

Offenbar ohne Erfolg. Nach iranischem Recht der "Kisas", dem Vergeltungsgesetz nach dem Prinzip Auge um Auge, Zahn um Zahn, kann jetzt nur noch die Familie des Opfers Jabbari begnadigen. Doch die besteht anscheinend darauf, dass die Verurteilte den Vorwurf der Vergewaltigung zurücknimmt, um die Ehre des Getöteten wiederherzustellen. Dies hat Jabbari jedoch mehrfach abgelehnt.

gam

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