Anschlagspläne Sechstes mutmaßliches Mitglied von IS-Terrorzelle in Untersuchungshaft

Er soll Teil einer Gruppe gewesen sein, die Anschläge in Deutschland verüben wollte: Albanien hat einen mutmaßlichen tadschikischen Terroristen in die Bundesrepublik ausgeliefert. Er befindet sich in U-Haft.

Albanien hat einen aus Tadschikistan stammenden Islamisten nach Deutschland überstellt, der mit weiteren Mitgliedern einer IS-Zelle Anschläge in der Bundesrepublik geplant haben soll. Der Verdächtige wurde am Montag bei seiner Ankunft auf dem Flughafen Frankfurt am Main von Düsseldorfer Polizisten festgenommen, wie der Generalbundesanwalt in Karlsruhe mitteilte. Dieser hatte zuvor ein Auslieferungsersuchen gestellt.

Der tadschikische Staatsangehörige Komron B. sitzt demnach nun in Untersuchungshaft. Wegen der mutmaßlichen Anschlagspläne, über die der SPIEGEL zuerst berichtet hatte, befinden sich in Deutschland schon fünf weitere mutmaßliche Mitglieder der Zelle in Untersuchungshaft. Gegen einen der Beschuldigten erhob die Bundesanwaltschaft bereits Anklage beim Oberlandesgericht Düsseldorf. Der nunmehr ebenfalls in Deutschland inhaftierte B. wurde am 29. April in Albanien festgenommen und befand sich dort bis zu seiner Überstellung in Auslieferungshaft.

Tödliche Anschläge in Deutschland geplant

B. soll sich wie die übrigen Beschuldigten im Januar 2019 der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) angeschlossen und in deren Auftrag die Zelle in Deutschland mitbegründet haben. Zunächst wollten die mutmaßlichen Islamisten nach Erkenntnissen der Ermittler nach Tadschikistan ausreisen, um dort an Kämpfen gegen die Regierung teilzunehmen.

Nachdem die Beschuldigten von diesem Vorhaben Abstand genommen hatten, sollen sie in Deutschland tödliche Anschläge geplant haben. Die Mitglieder der Zelle sollen dabei in Kontakt mit zwei ranghohen IS-Führungsmitgliedern in Syrien und Afghanistan gestanden haben, von denen sie entsprechende Anweisungen erhielten.

Anschlagsziele sollten laut Bundesanwaltschaft Einrichtungen von US-Streitkräften in Deutschland oder auch Einzelpersonen sein. Insbesondere planten die Beschuldigten demnach einen Mordanschlag auf einen Mann, der in Deutschland lebt und sich kritisch über den Islam geäußert hatte.

bam/AFP
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