Islamismus Polizei vereitelt mutmaßlichen Terroranschlag

Drei syrische Brüder sollen einen Anschlag vorbereitet haben. Nach SPIEGEL-Informationen wurden sie in Dänemark und Hessen festgenommen. Eine verdächtige Chemikalienbestellung führte die Ermittler zu ihnen.
IS-Kämpfer im syrischen Rakka (Archivbild)

IS-Kämpfer im syrischen Rakka (Archivbild)

Foto: Uncredited/ AP/dpa

Deutschen und dänischen Staatsschützern ist es möglicherweise gelungen, einen islamistischen Terroranschlag in Europa zu verhindern.

Nach SPIEGEL-Informationen nahmen Polizisten am Wochenende in beiden Ländern drei syrische Brüder fest und stellten Propaganda des »Islamischen Staats« (IS) und kiloweise Chemikalien sicher. In Deutschland ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg in dem Fall. Der Vorwurf gegen die Syrer lautet: Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Das Bundeskriminalamt hatte einen Hinweis auf eine verdächtige Internetbestellung bei einem Händler in Polen erhalten. Ein in Dänemark lebender 33-jähriger Syrer hatte im Januar an die Adresse seines Bruders in Dessau fünf Kilogramm Schwefel und fünf Kilogramm Aluminiumpulver geordert. Die Stoffe können zum Bombenbau dienen.

In der vergangenen Woche durchsuchten Polizisten des sachsen-anhaltischen Landeskriminalamts die Wohnung. Die bestellten Chemikalien fanden die Ermittler der Sonderkommission »Erde« dort jedoch nicht. Allerdings kiloweise Böller, Zündschnüre und andere Pyrotechnik sowie eine selbst gemalte Flagge des IS. In einem Koran waren Passagen unterstrichen, in denen es um den Kampf gegen »Ungläubige« geht.

Verhaftung in Hessen

Von dem in Dessau gemeldeten 36-jährigen Syrer fehlte zunächst jede Spur. Die Polizei nahm den Mann schließlich am Sonntag in Dänemark fest, zusammen mit seinem Bruder. Dort fanden die Ermittler nach SPIEGEL-Informationen auch die ursprünglich nach Sachsen-Anhalt bestellten Chemikalien sowie weitere Symbole der Terrormiliz.

Im hessischen Dietzenbach nahmen Fahnder am Wochenende auch den dritten Bruder fest. Der 40-Jährige sitzt in Untersuchungshaft.

Die Ermittler gehen davon aus, mit den Festnahmen einen Anschlag verhindert zu haben. Ob dieser in Deutschland, Dänemark oder anderswo hätte stattfinden sollen, sei aber unklar, hieß es.