Israel US-Touristin nahe Jerusalem erstochen

Grausiger Mord in Israel: Eine amerikanische Touristin ist in der Nähe von Jerusalem erstochen worden. Laut Polizei könnte es sich um eine politisch motivierte Tat militanter Islamisten handeln.

REUTERS

Jerusalem - Mit Hunderten Einsatzkräften hat die israelische Polizei stundenlang nach der vermissten US-Bürgerin gesucht - und schließlich ihre Leiche am Sonntagmorgen in der Nähe von Beit Schemesch südwestlich von Jerusalem entdeckt. Den Angaben zufolge wurde die Frau von ihren unbekannten Mördern gefesselt und dann getötet, die Leiche wies mehrere Stichwunden auf.

Die Amerikanerin war mit einer Freundin in einem Wald bei Jerusalem unterwegs gewesen, als sie am Samstag überfallen wurden. Ihre Freundin überlebte den Angriff und alarmierte die Behörden. Polizei und Militär leiteten danach eine Suchaktion ein.

Die Freundin des Mordopfers, die ebenfalls gefesselt worden war und mehrere Stichwunden hatte, konnte den Angreifern dadurch entkommen, dass sie sich tot stellte, wie sie der Polizei berichtete. Bei den Tätern habe es sich um zwei arabisch sprechende Männer gehandelt, gab die Frau an.

Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtet über die Details des Überfalls auf die zwei Frauen: So habe die Überlebende, die aus Großbritannien stammt und in Israel lebt, berichtet, sie und ihre Begleiterin seien bei einer Wanderpause abseits des Weges von zwei Männern angesprochen worden, die sie um Wasser gebeten hätten. Die Männer seien zunächst abgezogen, dann aber wieder aufgetaucht. "Es ging alles so schnell", sagte die Frau. Einer der Männer habe ein großes Messer gezückt und dann auf beide Frauen eingestochen. "Es war klar, dass sie töten wollten", so die Britin. Sie habe sich tot gestellt und gehört, wie ihre Freundin starb. Sie habe gewartet und es schließlich geschafft, sich mit letzter Kraft zu befreien - ihre Hände hatten die Täter ihr auf dem Rücken gefesselt. Auf einem nahegelegenen Parkplatz habe sie schließlich Kinder gesehen, die sofort die Polizei alarmiert hätten, so die Frau laut "Haaretz".

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar, ein politisch motiviertes Verbrechen militanter Islamisten wurde nicht ausgeschlossen. Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sagte, man ermittele in dem Fall gegenwärtig noch in "alle Richtungen".

anr/dapd/dpa



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