Bologna Baby in Italien stirbt nach Beschneidung

Ein fünf Monate alter Junge ist in Italien gestorben, nachdem seine Eltern ihn offenbar selbst beschnitten hatten. Gegen die Mutter und den Vater wird nun ermittelt.


In Italien ist Medienberichten zufolge ein fünf Monate altes Baby ums Leben gekommen, nachdem es zu Hause beschnitten worden war. Der Junge sei in einem Krankenhaus in Bologna gestorben, gegen die Eltern werde wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, berichteten italienische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Ermittler.

Die aus Ghana stammenden Eltern sollen die Beschneidung selbst in dem Ort Scandiano in der Provinz Reggio Emilia vorgenommen haben. Danach habe sich der Zustand des Babys schnell verschlechtert, so dass es in der Nacht zum Samstag an einem Herzstillstand und Blutungen gestorben sei.

Erst im Dezember war bei Rom ein zwei Jahre altes Kind infolge einer Beschneidung zu Hause gestorben. Kurz darauf wurde ein 66-Jähriger festgenommen, der das Ritual durchgeführt haben soll.

Vor allem muslimische und jüdische Familien lassen ihre Kinder aus hygienischen und religiösen Gründen beschneiden. Die Große Moschee in Rom rief Eltern dazu auf, das Ritual in einem Krankenhaus durchführen zu lassen. Auch Gesundheitsministerin Giulia Grillo warnte Eltern davor, die Beschneidungen illegal durchzuführen. Sie schrieb auf Facebook: "Die Gesundheit und das Leben der Kinder ist wichtiger als alles andere."

bbr/dpa/AP



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