Sizilien Feuerwehrleute wegen Brandstiftung festgenommen

Sie zündeten Häuser an, löschten die Brände selbst - und kassierten staatliche Gelder für ihren Einsatz: Das werfen Ermittler einer Feuerwehr-Gruppe in Sizilien vor. 15 Beschuldigte landen nun wohl vor Gericht.


Die italienische Polizei hat 15 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr auf Sizilien wegen mutmaßlicher Brandstiftung festgenommen. Wie die Polizei der Provinz Ragusa mitteilte, hatten die Männer erst die Feuer gelegt und dann Notrufe vorgetäuscht. Den Ermittlern zufolge löschten die Beschuldigten die Brände selbst und kassierten vom Staat dafür eine Aufwandsentschädigung für ihren Einsatz: zehn Euro pro Stunde.

Der Betrug kam ans Licht, nachdem die Leitung der Feuerwehr von Ragusa wegen der ungewöhnlich vielen Einsätze des Teams misstrauisch geworden war und Ermittlungen veranlasst hatte. Die 15 Feuerwehrleute müssen sich nun wegen Betrugs und Brandstiftung verantworten.

In Italien werden immer wieder Fälle von großangelegtem Betrug publik - besonders häufig im öffentlichen Dienst. Im süditalienischen Boscotrecase etwa musste der Bürgermeister im vergangenen Jahr unter anderem Einwohnermeldeamt und das Standesamt schließen, weil Dutzende Mitarbeiter wegen Arbeitszeitbetrugs festgenommen wurden.

In einem Krankenhaus in Neapel flog Anfang des Jahres ein System auf, mit dem etwa 100 Angestellte jahrelang den Dienst schwänzten: Einige wenige Kollegen zogen täglich 94 Karten von Kollegen durch die Stechuhr. Dutzende Klinikmitarbeiter wurden festgenommen, 55 unter Hausarrest gestellt - darunter ein Neurologe, ein Gynäkologe, neun Röntgentechniker und 18 Pfleger.

mxw/AFP



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