Italien Polizei sprengt Drogennetzwerk der Mafia auf Sizilien

Mehr als 30 Personen wurden verhaftet: Im Süden Italiens ist Ermittlern ein Schlag gegen die Mafia gelungen. Den Verdächtigen werden Erpressung und Drogenhandel vorgeworfen.
Verhaftung mutmaßlicher Mafia-Mitglieder

Verhaftung mutmaßlicher Mafia-Mitglieder

Foto: Guardia di Finanza

Ermittler haben auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien bei Razzien mehr als 30 mutmaßliche Mafia-Mitglieder festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft in Messina mitteilte, werden den Männern und Frauen unter anderem Erpressung, Entführung, Körperverletzung und illegale Drogengeschäfte vorgeworfen.

Unter den Verdächtigen, die zumeist ins Gefängnis oder in Hausarrest kamen, ist ein Banden-Boss, der schon 13 Jahre im Gefängnis saß. Nach seiner Freilassung soll er laut den Ermittlern wieder voll in die kriminellen Netzwerke eingestiegen sein.

10.000 Euro für einen Posten als Kommunalpolitiker

Außerdem sei ein Kommunalpolitiker verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, rund 10.000 Euro an die Mafia gezahlt zu haben, damit der Clan ihm bei einer Wahl Stimmen besorge. Der Kandidat sei bei der Abstimmung im Jahr 2018 aber nicht gewählt worden, hieß es.

Ein Teil der Taten soll aus einer Bar in der Hafenstadt Messina im Nordosten Siziliens gesteuert worden sein, wie mehrere italienische Medien berichten.

1,3 Tonnen Kokain

Die Behörden in Italien gehen regelmäßig mit großen Aktionen gegen Mafia-Organisationen vor. Erst vor Kurzem war Ermittlern im süditalienischen Kalabrien ein Schlag gegen die Mafia gelungen.

Im Hafen der süditalienischen Stadt Gioia Tauro entdeckten sie in drei Containern insgesamt 1,3 Tonnen Kokain. Der Marktwert des aus Südamerika eingeführten Rauschgifts betrug wohl mehr als 260 Millionen Euro.

Hinter der illegalen Einfuhr soll die Mafiaorganisation 'Ndrangheta stecken, eine der mächtigsten Gruppierungen im internationalen Drogengeschäft.

lmd/dpa