Italien Säugling stirbt nach illegaler Beschneidung

In Italien ist ein wenige Wochen alter Junge zu Hause illegal beschnitten worden - und dabei gestorben. Es ist der dritte Fall innerhalb weniger Monate.


Nach einer illegal durchgeführten Beschneidung ist in Genua ein Baby ums Leben gekommen. Offenbar hatten die Mutter und die Großmutter des wenige Wochen alten Jungens die Beschneidung in der Nacht zum Mittwoch durchgeführt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ansa.

Die beiden nigerianischen Frauen wurden mit einem weiteren Verdächtigen festgenommen. Ihnen werde Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Demnach hatten sie den Notarzt alarmiert, die Rettungskräfte konnten beim Eintreffen aber nichts mehr für das Baby tun.

Es ist innerhalb kurzer Zeit der dritte Todesfall nach einer Beschneidung. Sowohl Ende März als auch im Dezember waren in Italien Kinder infolge einer Beschneidung zu Hause gestorben.

Es müssten dringend Lösungen her, sagte Gesundheitsministerin Giulia Grillo auf Twitter. Das Thema sei komplex und müsse mit den religiösen Autoritäten diskutiert werden.

Vor allem muslimische und jüdische Familien lassen ihre Kinder aus hygienischen und religiösen Gründen beschneiden.

fek/dpa



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