Schlag gegen die Camorra 126 Festnahmen, Mafiabesitz konfisziert

In Italien sind bei einem Großeinsatz mehr als hundert mutmaßliche Camorristi festgenommen worden. Auch Mafiagüter im Wert von 130 Millionen Euro wurden beschlagnahmt.
Polizeieinsatz in Neapel

Polizeieinsatz in Neapel

Foto: Carabinieri/ DPA

"Maxi-Blitz im Morgengrauen", "die Camorra auf den Knien": In den italienischen Zeitungen werden die landesweiten Festnahmen von 126 mutmaßlichen Mafiosi gewürdigt.

Die Verdächtigen sollen der neapolitanischen Camorra angehören. Vor allem Mitglieder der Clans Contini, Mallardo und Licciardi waren ins Visier der Ermittler geraten. Ihnen wird Drogenhandel, Erpressung, Wucher und Geldwäsche vorgeworfen.

Die Zugriffe erfolgten in der Provinz Neapel, aber auch andernorts in Italien und im Ausland, wie die Polizei mitteilte. Es seien Mafia-Besitztümer in einem Gesamtwert von etwa 130 Millionen Euro beschlagnahmt worden.

"Sehr harter Schlag"

Innenminister Matteo Salvini sprach von einem "sehr harten Schlag" gegen die sogenannte Allianz von Secondigliano.

In Italien sind mehrere Mafia-Organisationen beheimatet, die aber längst auch in anderen Ländern wie in Deutschland aktiv sind. Die kalabrische 'Ndrangheta gilt als bedeutendste Organisation im internationalen Drogenhandel in Südamerika und Europa.

Die in der Region Kampanien angesiedelte Camorra gibt es seit dem 16. Jahrhundert. Sie besteht aus weitgehend autonom agierenden Clans, die Drogen- und Waffenhandel, Produktpiraterie und Schutzgelderpressung betreiben, aber auch illegal Müll entsorgen und ganze Segmente der legalen Wirtschaft unterwandert haben.

ala/dpa
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