Jacksons Leibarzt Murray "Ich wurde in eine Falle gelockt"

Der Schuldspruch ist gefallen, doch es wird noch immer nicht still um Michael Jacksons Leibarzt: In Interviews klagt Conrad Murray, der King of Pop habe ihn getäuscht. Schließlich habe Jackson behauptet, er sei kerngesund und brauche kaum medizinische Betreuung.

Conrad Murray vor Gericht: "Ich war gefangen"
DPA

Conrad Murray vor Gericht: "Ich war gefangen"


London - Vier Tage ist es her, dass Conrad Murray wegen fahrlässiger Tötung des King of Pop verurteilt wurde. Auf das Jubelgeschrei von Fans und Jackson-Familie folgt nun die nächste Episode: In Interviews mit dem britischen Sender Channel 4 und in der amerikanischen NBC-Show "Today" behauptet der 58-jährige Arzt, unter falschen Voraussetzungen eingestellt worden zu sein.

Jackson habe ihm zu Beginn seiner Arbeit gesagt, ihm gehe es gut. Als Arzt habe er vor allem nach Jacksons Kindern schauen sollen, sagte Murray. Auch habe der King of Pop ihm aufgetragen, der Familie bei einer besseren Ernährung zu helfen und darauf zu achten, dass alle ihre Hände waschen, um keine Infektionen zu bekommen.

Nachdem er angefangen habe, für Jackson zu arbeiten, habe er sich verpflichtet gefühlt, bei ihm zu bleiben. Der Popstar habe ihn ständig an seiner Seite gewollt. "Als ich dann einmal dabei war, war ich gefangen."

"Unverantwortliches Verhalten"

Der Herzspezialist betonte, er mache sich selbst keine Vorwürfe. Seine Arbeit sei stets "einwandfrei" gewesen. Sein einziger Fehler: Er habe der Polizei nicht gesagt, dass er Jackson als Einschlafhilfe das Narkosemittel Propofol gegeben habe. Er habe gedacht, dies sei "nicht wichtig", sagte Murray. Außerdem sei er danach "nie gefragt" worden.

Murray war für angeblich 150.000 Dollar im Monat als Leibarzt von Michael Jackson angeheuert worden. Die Schlaflosigkeit des Musikers hatte er mit Propofol behandelt - das Mittel wird normalerweise bei Operationen eingesetzt. Experten hatten ausgesagt, dass die Verabreichung von Propofol gegen Schlaflosigkeit und dazu noch außerhalb eines Krankenhauses unverantwortlich sei.

Die Interviews wurden zwar erst am Donnerstag ausgestrahlt, die Aufnahmen selbst liegen jedoch Wochen zurück - und damit vor dem Tag des Schuldspruchs. Murray drohen bis zu vier Jahren Haft, das Strafmaß soll am 29. November bekanntgegeben werden. Bis dahin bleibt der Arzt in Haft.

aar/dpa/AFP

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Seite 1
smokeonit 11.11.2011
1. ...
"Er habe gedacht, dies sei "nicht wichtig"" Hmm... gute Jury... schade das in D keine Jury's urteilen...
glen13 11.11.2011
2. ...
150.000 Dollar im Monat für Ernährungstipps und das Überwachen des Händewaschens? Das glaubt er doch selber nicht.
unente, 11.11.2011
3. Rachesystem
Zitat von sysopDer Schuldspruch ist*gefallen, doch es wird noch immer nicht still um Michael Jacksons Leibarzt: In Interviews klagt Conrad Murray, der King of Pop habe ihn*getäuscht.*Schließlich habe Jackson*behauptet,*er sei kerngesund und brauche kaum medizinische Betreuung. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,797193,00.html
Der soll einfach die Zeit absitzen, die ihm in diesem Schauprozess übergeholfen wurde - gegen dieses korrupte "Justiz"-System hatte er doch nie eine Chance. Das hat sein "Richter" doch sofort klar gemacht, als er den wegen Fahrlässigkeit Verurteilten weiterhin wie einen Mörder behandeln ließ.
ollux 11.11.2011
4. Murray
Die Falle hat er sich offensichtlich selbst gestellt: Die Aussagen, wie viel Geld er bei Michael Jackson verdient hat, kommen aus der unmittelbaren familiären Umgebung, wie auch den Jackson Anwälten. Selbst wenn er ( nur) horrende 100000 Dollar verdient hätte, kann man davon ausgehen, dass er sich der besonderen Verantwortung bewusst gewesen sein sollte. Dies ist übrigens auch im Prozess entsprechend gewürdigt worden. Er war eben nicht nur der übliche Hausarzt von nebenan.
wildthin9 11.11.2011
5. Ja Ne, is Klar..
in die Falle gelockt. Mit 150.000$ monatlich, das is schon fies. Ausserdem is Propofol ja auch nur n Medikament wie Aspirin und das schlucken die Amis wie andere Bonbons. Er konnte ja nun wirklich nicht wissen daß Einzelheiten des Medikamentencocktails von Belang gewesen wären. Ich hoffe, Er kommt die vollen 4 Jahre in nen normalen Knast und nicht in so ne "Promi-Sanatoriums-Arrestanstalt"...
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