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Jahrzehntelanger Missbrauch 152 Jahre Haft für US-Kinderschänder

Auf mehr als 1000 Seiten hatte er Namen und Details über 36.000 sexuelle Kontakte zu Jungen notiert. Seit den sechziger Jahren soll er Kinder missbraucht haben - nun verurteilte ein US-Gericht einen 64-jährigen Mann zu einer drakonischen Haftstrafe.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

San Jose - Zu 152 Jahren Haft hat ein US-Gericht im kalifornischen San Jose den Angeklagten Dean Schwartzmiller verurteilt, der nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft einer der übelsten Kinderschänder in den Vereinigten Staaten ist. Der Mann wurde der Vergewaltigung zweier zwölf Jahre alter Jungen und des Besitzes von Kinderpornografie für schuldig gesprochen.

Während des Prozesses hatte Staatsanwalt Steve Fein den Geschworenen eine Landkarte gezeigt, auf der alle Orte eingetragen waren, an denen der Angeklagte in den vergangenen Jahren Jungen belästigt haben soll. Die Anschuldigungen von schätzungsweise 100 Opfern in acht US-Staaten sowie Mexiko und Brasilien gingen demnach
bis ins Jahr 1969 zurück.

Bei der Festnahme des heute 64-Jährigen im Juni 2005 stellten die Ermittler zahlreiche Dokumente über Kindesmissbrauch sowie Kinderpornografie sicher. Der Angeklagte war unter anderem in New York, Idaho, Oregon, Arkansas und Washington festgenommen worden und benutzte nach Behördenangaben mehrere Pseudonyme.

Schwartzmiller hatte ein langes Vorstrafenregister und war zuvor in mehreren US-Staaten wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden, befand sich dann aber wieder auf freiem Fuß. Während des Prozesses in Kalifornien wies er jede Schuld von sich. Die Kinder würden lügen. Die Eintragungen in seinen Notizbüchern seien erfundene Geschichten. Die in seinem Haus gefundenen Sex-Fotos gehörten nicht ihm, sondern einem Mitbewohner, sagte er.

kai/AP/dpa