Kinderpornografie-Prozess Magier Jan Rouven zu 20 Jahren Haft verurteilt

Jan Rouven hat Kinderpornografie besessen und verbreitet. Nach einem langwierigen Verfahren setzte ein Gericht in Las Vegas nun das Strafmaß gegen den deutschen Magier fest.

Reklametafel für Rouvens Show in Las Vegas (2013)
DPA

Reklametafel für Rouvens Show in Las Vegas (2013)


Der deutsche Magier Jan Rouven ist in den USA wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornografie zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Zudem verhängte das Gericht in Las Vegas eine Geldstrafe in Höhe von 500.000 Dollar (umgerechnet rund 440.000 Euro) gegen den 41-Jährigen aus Kerpen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mitteilte.

"In diesem Gerichtssaal zumindest ist die Show vorbei", sagte Richterin Gloria Navarro, als sie das Strafmaß verkündete, wie das "Las Vegas Review-Journal" berichtete. Der Zeitung zufolge fiel Rouven im Gerichtssaal kurz in Ohnmacht, erholte sich dann aber wieder.

Der Magier war im März 2016 festgenommen worden. Laut Anklage entdeckten Ermittler auf Laptops und anderen Geräten in Rouvens Villa mehr als 9000 Videos und Fotos, die unter anderem auch Sex mit Kindern zeigten. Unter Decknamen wie "Lars45" und "larusa22" habe er sich Dateien beschafft und weiter verbreitet, gab die Anklage vor Gericht an.

In dem langwierigen Verfahren wechselte Rouven mehrfach seine Anwälte. Er hatte die Vorwürfe zunächst abgestritten, dann im November 2016 seine Schuld in mehreren Anklagepunkten eingeräumt und später beantragt, sein Geständnis zu widerrufen. Er sei von seinen damaligen Anwälten falsch beraten worden, machte Rouven geltend. Diesen Antrag lehnte das Gericht im vorigen Jahr ab und setzte nun das Strafmaß fest.

Bei der Anhörung am Donnerstag habe sich Rouven in einer kurzen Ansprache für seine Taten entschuldigt, schrieb das "Las Vegas Review-Journal". Dabei führte er unter anderem an, dass er unter dem Einfluss von Drogen den Blick für Gut und Böse verloren habe. Rouven sei kein "Monster", sagte sein Anwalt Russell Marsh der Zeitung zufolge. Er nannte ihn demnach einen "netten Kerl, der sehr schlimme Dinge getan hat".

Die Staatsanwaltschaft hatte gut 30 Jahre Haft gefordert, Rouvens Anwälte hofften auf eine geringere Strafe von acht Jahren Gefängnis.

aar/dpa



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