Vorfall am Hamburger Flughafen Verfahren gegen Jan Ullrich vorläufig eingestellt

Die Behörden in Hamburg haben ein Verfahren gegen Jan Ullrich wegen Körperverletzung vorläufig eingestellt. Der Grund: Gegen den ehemaligen Radsportprofi liegt ein schwerer wiegender Vorwurf vor.

Jan Ullrich
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Im September vergangenen Jahres soll Jan Ullrich am Hamburger Flughafen einen Mann angegriffen haben. Die Polizei ermittelte gegen den ehemaligen Radsportprofi. Nun ist das Verfahren gegen den 45-Jährigen eingestellt worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft Hamburg mit.

Da ein anderer Vorwurf, der schwerer wiegt, gegen Jan Ullrich bestehe, könne der Fall nach Paragraf 154 der Strafprozessordnung vorläufig eingestellt werden, sagte eine Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft. Bei dem schwerer wiegenden Vorwurf handelt es sich um einen Vorfall aus dem August: Damals soll Ullrich im Frankfurter Luxushotel Villa Kennedy eine Escortdame tätlich angegriffen haben.

Die Staatsanwaltschaft hatte damals mitgeteilt, es sei mutmaßlich zum Streit und zu einem körperlichen Angriff auf eine Frau gekommen: "Hierbei soll der Beschuldigte sie gewürgt haben, bis ihr schwarz vor Augen wurde." Die Behörden ermitteln den Angaben zufolge wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg wartet nun das Verfahren in Frankfurt ab und behält sich vor, das Verfahren wegen des Flughafen-Vorfalls wieder aufzunehmen. Dieser Fall träte laut Staatsanwaltschaft ein, wenn es in Frankfurt zu keiner Anklage gegen Ullrich käme, der Ex-Radsportprofi freigesprochen oder nur ein geringes Strafmaß verkündet würde. Sollte sich jedoch die Strafprognose der Staatsanwaltschaft Hamburg bestätigen, werde das Verfahren gegen Ullrich geschlossen.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Hamburg nach eigenen Angaben versucht, den Hamburger Fall nach Frankfurt abzugeben. So hätten beide Fälle gemeinsam verhandelt werden können. Da die Staatsanwaltschaft Frankfurt eine gemeinsame Anklage aber ablehne, habe sich die Hamburger Behörde nun für die vorläufige Einstellung entschieden, sagte die Sprecherin.

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