Attacke auf Behinderte in Japan 19-facher Mörder zum Tode verurteilt

Es war der schlimmste Mordfall in Japan seit Jahrzehnten: Ein Mann tötete in einem Behindertenheim 19 Menschen. Nun ist er zum Tode verurteilt worden.
Japanische Ermittler am Tatort in Sagamihara (Archivbild): Keine Reue

Japanische Ermittler am Tatort in Sagamihara (Archivbild): Keine Reue

Foto: Kimimasa Mayama/ dpa

Das Bezirksgericht der japanischen Stadt Yokohama hat einen Mann zum Tode verurteilt, der 19 Menschen getötet hat. Die Tat gilt als einer der schlimmsten Morde in der Nachkriegsgeschichte des Landes.

Satoshi Uematsu verübte den Angriff im Juli vor vier Jahren in der Stadt Sagamihara, südwestlich von Tokio. Er brach durch ein Fenster in die Einrichtung für Menschen mit Behinderung ein und stach auf die schlafenden Bewohner ein. Nach der Tat stellte er sich.

Brief ans Parlament

Uematsu hatte noch wenige Monate vor dem Angriff in dem Heim gearbeitet. Seinen Plan kündigte er an, unter anderem mit einem wirren Brief an das japanische Parlament (lesen Sie hier mehr darüber).

Auch seinen Kollegen gegenüber soll er Monate vor dem Angriff von grausamen Taten gesprochen haben. Daraufhin wurde er in einer Klinik untergebracht und zwei Wochen später entlassen.

Während der Ermittlungen und des Prozesses hatte Uematsu wiederholt davon gesprochen, keine Reue zu empfinden. Er habe der Welt mit seiner Tat helfen wollen.

Seine Anwälte hatten auf "nicht schuldig" plädiert, wie die "Japan Times " berichtet. Ihr Mandant leide an einer psychischen Krankheit, die auf seinen Drogenkonsum zurückzuführen sei.

Das Gericht jedoch betrachtete den Mann laut dem Bericht als schuldfähig. Er sei dazu imstande, die Verantwortung für seine Taten zu tragen.

jpz/Reuters/AP
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