Epstein-Opfer vor Gericht "Er konnte nicht verstehen, was er uns genommen hat"

Weil Jeffrey Epstein sich das Leben nahm, wird die Anklage gegen ihn eingestellt. Doch seine mutmaßlichen Opfer erhoben noch einmal ihre Stimme.

Einige Opfer des mutmaßlichen Sexualstraftäters teilten ihre Geschichten vor Gericht
Jane Rosenberg / REUTERS

Einige Opfer des mutmaßlichen Sexualstraftäters teilten ihre Geschichten vor Gericht


Jeffrey Epstein ist tot - die Opfer des mutmaßlichen Sexualstraftäters haben dennoch Gelegenheit erhalten, ihrem Ärger und ihrer Trauer vor einem Gericht Ausdruck zu verleihen. Die Anhörung in New York war eigentlich nur zur formalen Einstellung der Anklage gedacht, doch Richter Richard Berman lud auch mutmaßliche Opfer ein, ihre Geschichten und Gefühle zu teilen.

Eine der Frauen sagte dem Nachrichtensender NBC zufolge vor Gericht, Epsteins Suizid habe ihr die Chance "geraubt", ihn "von Angesicht zu Angesicht" im Gerichtssaal zu stellen. Dass er sich getötet habe, mache ihn zu einem "Feigling".

"Er konnte nicht verstehen, was er uns genommen hat", sagte eine andere Betroffene. "So wie ich jedes Mädchen bin, dem er das angetan hat, sind diese ich. Heute stehen wir zusammen." Eine dritte Frau las einen Brief vor, den sie an Epstein geschrieben hatte: "Ich werde nie in der Lage sein, die überwältigenden Gefühle und die Verlegenheit dieses Dramas zu überwinden." Insgesamt wurden vor dem New Yorker Gericht Beiträge von etwa 30 mutmaßlichen Opfern erwartet.

Gegen Beteiligte soll weiter ermittelt werden

Epstein hatte sich Anfang August in einem Gefängnis in Manhattan das Leben genommen, nachdem er erneut wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht gebracht werden sollte. Der Geschäftsmann wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Laut Anklageschrift hatte der Multimillionär zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen Missbrauchsring aufgebaut.

Die Staatsanwälte betonten laut NBC, dass trotz der Einstellung der Anklage gegen den Toten weiter gegen Beteiligte an den ihm vorgeworfenen Verbrechen ermittelt wird. Medienberichten zufolge dürften sich die Untersuchungen vor allem auf die langjährige Partnerin von Epstein, Ghislaine Maxwell, konzentrieren.

ptz/dpa

Mehr zum Thema


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.