US-Milliardär Epstein soll laut Anklage Dutzende Minderjährige missbraucht haben

Der Fall Jeffrey Epstein schien nach einem fragwürdigen Deal schon zu den Akten gelegt. Doch nun wirft die New Yorker Staatsanwaltschaft dem 66-Jährigen sexuelle Ausbeutung und Missbrauch Minderjähriger vor.

New York: Staatsanwalt Geoffrey Berman verkündet die Anklage gegen Jeffery Epstein
Stephanie Keith/Getty Images/AFP

New York: Staatsanwalt Geoffrey Berman verkündet die Anklage gegen Jeffery Epstein


Der US-Milliardär Jeffrey Epstein soll laut Vorwürfen der New Yorker Staatsanwaltschaft Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht haben. Der 66-Jährige habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in einer nun veröffentlichten Anklageschrift. Epstein bestreitet die Vorwürfe.

Einige der Mädchen seien erst 14 Jahre alt gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft bei einer Pressekonferenz mit. Sie seien mit großen Summen Bargeld angelockt und dazu verleitet worden, weitere minderjährige Mädchen heranzuschaffen. Der Beschuldigte habe "Dutzende minderjährige Mädchen sexuell ausgebeutet und missbraucht". Die Übergriffe fanden den Gerichtsunterlagen zufolge in Epsteins Immobilien in New York, Palm Beach und an anderen Orten statt.

Der 1953 in New York geborene Epstein hat sein Vermögen vor allem als Investmentbanker gemacht. Er wurde am Montag einem Untersuchungsrichter vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft geht von einem hohen Fluchtrisiko aus und fordert, dass der Milliardär bis zu einem möglichen Prozessbeginn hinter Gittern bleiben soll. Auf die Anklagepunkte steht eine Höchststrafe von 45 Jahren Gefängnis.

"Nacktfotos, die aussehen, als zeigten sie minderjährige Mädchen"

Der Hedgefonds-Manager war am Samstagabend am Teterboro-Flughafen im US-Bundesstaat New Jersey festgenommen worden, wo er nach dem Rückflug aus Paris mit einem Privatjet landete. Ermittler hatten am Wochenende zudem sein Anwesen in Manhattan durchsucht und dabei unter anderem "Nacktfotos, die aussehen, als zeigten sie minderjährige Mädchen" sichergestellt, wie der New Yorker Staatsanwalt Geoffrey Berman nun sagte.

Mit einer Anhörung Epsteins durch einen Untersuchungsrichter wird in den kommenden Tagen gerechnet, bis dahin bleibt der Milliardär in Untersuchungshaft.

Es ist nicht das erste Verfahren gegen Epstein, der in der Vergangenheit Beziehungen zu zahlreichen Prominenten pflegte. Eine Staatsanwaltschaft in Florida war 2008 einen umstrittenen Deal mit Epstein eingegangen. Er bekannte sich schuldig, Klienten mit minderjährigen Prostituierten versorgt zu haben und saß eine Gefängnisstrafe von 13 Monaten ab. Im Gegenzug wurde ihm ein Verfahren vor einem Bundesgericht erspart.

Die fragwürdige Vereinbarung hatte der heutige US-Arbeitsminister Alexander Acosta als damaliger Staatsanwalt mit ausgehandelt. Mehrere Frauen hatten Epstein Missbrauch vorgeworfen. Medienberichten zufolge hatten polizeiliche Ermittlungen damals ergeben, dass der Milliardär teils 13-jährige Mädchen missbraucht hatte.

Unter anderem aufgrund von Journalistenrecherchen nahm die New Yorker Staatsanwaltschaft die Ermittlungen nun aber wieder auf. An den Deal mit der Staatsanwaltschaft in Florida sei die New Yorker Staatsanwaltschaft nicht gebunden, sagte Berman.

wit/dpa/AFP/Reuters



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