Jeffrey-Epstein-Vertraute 20 Jahre Haft für Ghislaine Maxwell wegen Sexhandels mit Minderjährigen

Im Prozess gegen Ghislaine Maxwell hat ein Gericht das Strafmaß verkündet. Die wegen Beihilfe zum sexuellen Missbrauch Minderjähriger schuldig gesprochene Vertraute Jeffrey Epsteins muss lange ins Gefängnis.
Gerichtszeichnung aus dem Prozess gegen Maxwell

Gerichtszeichnung aus dem Prozess gegen Maxwell

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Elizabeth Williams / AP

Ein Gericht in New York hat die Epstein-Vertraute Ghislaine Maxwell wegen Sexualverbrechen zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Die 60-Jährige müsse unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken 20 Jahre ins Gefängnis, teilte Richterin Alison Nathan mit. Wegen der Schwere der Taten liegt das gewählte Strafmaß leicht über dem gesetzlich vorgeschlagenen Rahmen von bis zu 19 Jahren und sieben Monaten.

Maxwell war bereits im Dezember von einer Jury in New York unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken schuldig gesprochen worden . Sie galt als rechte Hand des bis in höchste Kreise vernetzten Geschäftsmanns Jeffrey Epstein und spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen.

Der Schmerz der Opfer tue ihr leid, sagte Maxwell vor Gericht. Dass sie Jeffrey Epstein getroffen habe, bereue sie mehr als alles andere. Zuvor hatten mehrere Opfer von Epstein und Maxwell gesprochen. »Zusammen haben Sie undenkbare Dinge getan«, sagte eine der Frauen, die Verurteilte habe keine Reue. Ein anderes Opfer berichtete von den schweren Folgen der Verbrechen, von psychischen Problemen und mehreren Selbstmordversuchen.

Die Verteidigung der 60-Jährigen hatte zuletzt für eine deutlich mildere Haftstrafe von weniger als zehn Jahren plädiert. In den vergangenen Tagen hatte es Unklarheit darüber gegeben, ob Maxwells Strafe tatsächlich verkündet würde, weil sie im Gefängnis wegen Selbstmordgefahr unter Beobachtung stand. Ihre Anwälte bestritten, dass die Angeklagte suizidal sei.

Beim systematischen Missbrauch durch Epstein war es laut Anklage Maxwells Aufgabe, das Vertrauen von Mädchen zu gewinnen und sie ihrem ehemaligen Partner – oft für sogenannte Massagen – zuzuführen. Einige Male sei Maxwell bei Übergriffen sogar anwesend gewesen. Auch habe sie eine »Kultur des Schweigens« aufgebaut, um die Taten geheim zu halten. Sie hatte dies der Anklage zufolge deshalb gemacht, um ihr eigenes Luxusleben bei Epstein aufrechtzuerhalten.

Verhandlung wurde als Stellvertreterprozess gesehen

Jahrzehntelang soll der Missbrauch zahlreicher Minderjähriger auf Epsteins Anwesen in New York, Florida, Santa Fe und auf den Virgin Islands stattgefunden haben. Der Fall schlug in den USA auch deshalb hohe Wellen, weil der Unternehmer mit Prominenten wie den Ex-Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump, dem Tech-Milliardär Bill Gates und dem britischen Prinzen Andrew bekannt war. Eine frühere Anklage gegen Epstein mündete in einen für den Unternehmer sehr vorteilhaften Deal, der ihm zum Symbol einer gesellschaftlichen Elite machte, die selbst mit Verbrechen durchkommt.

Die aktuelle Gerichtsverhandlung hatte weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt, weil sie für viele nach dem Tod Epsteins als Stellvertreterprozess gesehen wurde. Epstein hatte sich offiziellen Angaben zufolge im Sommer 2019 in seiner Gefängniszelle umgebracht.

Maxwell ist die Tochter des legendären britischen Verlegers Robert Maxwell (1923–1991) und war Anfang der Neunzigerjahre nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer der zahlreichen Promipartys und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin.

apr/ani/dpa
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