Fall Epstein Überwachungsvideo vor Gefängniszelle soll versehentlich gelöscht worden sein

Im Fall des verstorbenen US-Multimillionärs und Sexualstraftäters Epstein hat es offenbar eine weitere Panne gegeben: Das Gefängnis soll Medienberichten zufolge ein wichtiges Video nicht aufbewahrt haben.
Jeffrey Epstein kurz vor seinem Tod im August

Jeffrey Epstein kurz vor seinem Tod im August

Foto: New York State Division of Criminal Justice Services/ Reuters

Bei den Ermittlungen im Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Geschäftsmann und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist nach Behördenangaben ein Beweisstück verschwunden. Ein Überwachungsvideo, das im Juli während eines mutmaßlichen Selbstmordversuchs des damals 66-Jährigen vor seiner Gefängniszelle in New York aufgenommen wurde, sei versehentlich gelöscht worden, berichten US-Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft .

Die Haftanstalt in Manhattan habe stattdessen ein anderes Video aufbewahrt, hieß es weiter. Auch im Back-up-System seien die Aufnahmen wegen eines technischen Fehlers bereits seit August nicht mehr verfügbar.

Der wegen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagte Epstein war im Juli 2019 verletzt in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Berichten zufolge hatte er bewusstlos auf dem Boden gelegen. Der Geschäftsmann nahm sich schließlich im August in seiner Zelle das Leben.

Wärter sollen in Epsteins Todesnacht im Dienst geschlafen haben

Der Verlust des Videos spiegelt die Zustände in der New Yorker Haftanstalt wider. Nach dem Tod Epsteins hatte Justizminister William Barr "zahlreiche Unregelmäßigkeiten" in der Einrichtung beklagt und die Geschäftsführung der US-Bundesgefängnisbehörde ausgetauscht.

Berichten zufolge hatten die beiden Wärter, die den Multimillionär beaufsichtigen sollten, in dessen Todesnacht im Dienst geschlafen. Statt wie vorgeschrieben alle 30 Minuten nach dem Inhaftierten zu schauen, seien die beiden Beamten eingeschlafen und hätten Epsteins Zustand für rund drei Stunden nicht kontrolliert. Um ihr Versäumnis zu verschleiern, sollen sie ihren Arbeitsbericht gefälscht haben.

Die Staatsanwaltschaft in New York warf Epstein vor, Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht zu haben. Der Geschäftsmann habe zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring aufgebaut, hieß es in der Anklageschrift. Zuletzt wurde berichtet, dass der Missbrauch schon 1985 begonnen haben soll.

In dem Missbrauchsfall ist zuletzt auch der britische Prinz Andrew stark unter Druck geraten. Virginia Giuffre, eines der mutmaßlichen Opfer, schilderte in einem BBC-Interview, sie sei dreimal zum Sex mit dem Royal gezwungen worden, zweimal davon als 17-Jährige. Die Übergriffe sollen 2001 und 2002 erfolgt sein. Epstein war mit Bill Clinton und Donald Trump befreundet.

bam/dpa
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