In den USA verurteilter deutscher Doppelmörder Virginia entlässt Jens Söring nach Jahrzehnten aus dem Gefängnis

Seit mehr als 30 Jahren ist Jens Söring in den USA inhaftiert. Der deutsche Diplomatensohn soll zwei Menschen ermordet haben. Nun wurde er entlassen - umfassend begnadigt jedoch nicht.

Jens Söring sitzt seit 1986 im Gefängnis - nun soll er in seine Heimat Deutschland abgeschoben werden. Das entschied das für Begnadigungen im Bundesstaat Virginia zuständige Gremium, wie Gouverneur Ralph Northam mitteilte. Der 53-jährige Söring solle der Einwanderungspolizei übergeben, abgeschoben und mit einem Wiedereinreiseverbot belegt werden.

Dem damals 18-jährigen Söring wurde vorgeworfen, 1985 in Virginia die Eltern seiner damaligen Freundin Elizabeth Haysom ermordet zu haben. Er wurde später in Großbritannien festgenommen und nach einem Rechtsstreit, der auch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschäftigte, an die USA ausgeliefert. Dort wurde er wegen zweifachen Mordes zu zwei Mal lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt (Lesen Sie hier ein Interview mit Söring).

Einen Antrag auf umfassende Begnadigung lehnte Gouverneur Northam dagegen ab. Er teilte jedoch mit, er respektiere die Entscheidung des Gremiums, Söring zu entlassen.

Geständnis widerrufen

Söring hatte die Tat zunächst zugegeben, sein Geständnis später aber widerrufen. Er erklärte, nur gestanden zu haben, um Haysom vor der Todesstrafe zu bewahren. Er sei fälschlicherweise davon ausgegangen, als Sohn eines deutschen Diplomaten Immunität zu genießen.

Der Fall hat in den USA und in Deutschland viel Aufmerksamkeit erregt. Söring hat im Gefängnis mehrere Bücher geschrieben. 2016 erschien der Dokumentarfilm "Das Versprechen" über den Fall.

Haysom hatte sich nach der Tat der Beihilfe zu den Morden schuldig bekannt. Die gebürtige Kanadierin soll nun ebenfalls aus dem Gefängnis entlassen und in ihr Heimatland abgeschoben werden.

jpz/AFP/AP
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