Urteil wegen Körperverletzung Jérôme Boateng legt Revision ein, die Staatsanwaltschaft auch

Es geht um Attacken auf seine Ex-Freundin: Jérôme Boateng will eine Millionenstrafe nicht akzeptieren – und geht auch gegen das zweite Urteil wegen Körperverletzung vor. Auch die Staatsanwaltschaft legt Rechtsmittel ein.
Jérôme Boateng (2. November): Zu hoher Geldstrafe verurteilt

Jérôme Boateng (2. November): Zu hoher Geldstrafe verurteilt

Foto: Christof Stache / AFP

Der Fußballprofi Jérôme Boateng geht erneut gegen seine Verurteilung wegen Körperverletzung vor. Einer seiner Verteidiger legte Revision gegen das Urteil ein, wie das Landgericht München I der Nachrichtenagentur dpa sagte. Kurz darauf tat das nach Angaben einer Sprecherin der Anklagebehörde auch die Staatsanwaltschaft. Das Bayerische Oberste Landesgericht muss nun darüber entscheiden, ob es in dem Urteil gegen Boateng möglicherweise Rechtsfehler gegeben hat.

Das Landgericht München I hatte den Fußballweltmeister von 2014 am Mittwoch vergangener Woche auch in zweiter Instanz wegen Attacken auf seine Ex-Freundin in einem gemeinsamen Karibikurlaub 2018 schuldig gesprochen. Es verhängte eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 10 000 Euro – insgesamt 1,2 Millionen Euro.

Das Amtsgericht hatte im vergangenen Jahr zwar in der Summe eine höhere Geldstrafe verhängt, jedoch war die Zahl der Tagessätze nur halb so hoch – konkret: 60 Tagessätze zu je 30.000 Euro – insgesamt 1,8 Millionen Euro. Damit würde Boateng – anders als nach dem erstinstanzlichen Urteil – als vorbestraft gelten. Die Grenze liegt bei mehr als 90 Tagessätzen.

»Für uns ist der Sachverhalt mehr als nachgewiesen«, hatte Richter Andreas Forstner in der Urteilsbegründung gesagt. Boatengs Verteidiger hatten dagegen einen Freispruch für den 34-Jährigen beantragt. Sie gingen davon aus, dass seine Ex-Freundin die Vorwürfe »im Kampf um die Kinder« erfunden und »instrumentalisiert« habe und beklagten eine Vorverurteilung ihres Mandanten. Im Laufe des Verfahrens stellten sie auch einen Befangenheitsantrag gegen Richter Forstner.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren und zusätzlich eine Geldauflage von 1,5 Millionen Euro gefordert.

bbr/dpa
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