Vorwurf der Körperverletzung Jérôme Boateng ab Dezember vor Gericht

Er soll gegenüber seiner ehemaligen Lebensgefährtin mehrfach gewalttätig geworden sein. Nun steht fest: Jérôme Boateng muss sich ab Dezember wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten.
Jérôme Boateng: Seit Herbst 2018 im Visier der Ermittler (Archiv)

Jérôme Boateng: Seit Herbst 2018 im Visier der Ermittler (Archiv)

Foto: WOLFGANG RATTAY / REUTERS

Der Prozess gegen Jérôme Boateng beginnt am 10. Dezember. Das teilte das Münchner Amtsgericht dem SPIEGEL mit. Der ehemalige Nationalspieler und Weltmeister ist wegen Körperverletzung seiner ehemaligen Lebensgefährtin angeklagt. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung  berichtet.

Der Fußballprofi steht seit Herbst 2018 im Visier der Ermittler. Er soll seine Ex-Partnerin attackiert haben. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Vorfälle angeklagt: Einmal soll Boateng die Frau geschlagen, bei dem zweiten Fall mit Gegenständen beworfen haben. Deswegen wird ihm auch gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Zu den Vorwürfen hatten die Verteidiger Boatengs laut "Süddeutscher Zeitung" gesagt, es handle sich um einen "privaten Sachverhalt, der im Wesentlichen auf unbewiesenen Behauptungen Dritter beruhe".

Der Terminfindung war ein juristisches Hin und Her vorausgegangen. Im Eröffnungsbeschluss zu dem Verfahren hatte der Richter laut einem Sprecher auf bestimmte Sachverhalte hingewiesen, die in seinen Augen problematisch seien. Darunter sei auch die Einschätzung des Geschehens als gefährliche Körperverletzung.

Denn: Bei der ärztlichen Erstversorgung habe die Frau nicht davon gesprochen, mit Gegenständen attackiert worden zu sein, sagte der Sprecher. Außerdem habe den Richter der große zeitliche Abstand zwischen Vorfall und Anzeige stutzig gemacht. Zudem habe es Widersprüche zwischen den Aussagen mehrerer Zeugen gegeben.

Verletzungen nicht schwer genug?

Die Verteidigung habe schließlich ein Video vorgelegt, das den Zustand der Frau nach dem mutmaßlichen Angriff dokumentiere. Der Richter sei zu dem Schluss gekommen, dass die Verletzungen womöglich nicht so schwerwiegend waren, dass sie eine Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung gerechtfertigt hätten.

Die Staatsanwaltschaft habe daraus offenbar geschlossen, eine gefährliche Körperverletzung sei nicht zugelassen. Sie legte Beschwerde gegen den Beschluss ein.

Bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe

Das Landgericht wies die Beschwerde zurück. Laut Sprecher wird der Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung ebenfalls im Prozess verhandelt. Es habe sich um ein Missverständnis gehandelt - oder den Wunsch der Staatsanwaltschaft, das klarzustellen.

Sollte Boateng für gefährliche Körperverletzung verurteilt werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe. Das Strafgesetzbuch  sieht in minder schweren Fällen drei Monaten bis zu fünf Jahre vor. Eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren kann jedoch zur Bewährung ausgesetzt werden.

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