Prozess in München Boateng wegen Körperverletzung zu 1,8 Millionen Euro Strafe verurteilt

Der frühere Nationalspieler Jérôme Boateng ist wegen vorsätzlicher Körperverletzung an seiner früheren Lebensgefährtin verurteilt worden. Das Amtsgericht München verhängte eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30.000 Euro.
Boateng bei Prozessbeginn in München

Boateng bei Prozessbeginn in München

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Peter Kneffel / dpa

Jérôme Boateng ist wegen einer vorsätzlichen Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1,8 Millionen Euro für schuldig befunden worden. Zu diesem Urteil kam das Amtsgericht München in einem Strafverfahren gegen den Fußballweltmeister von 2014 am Donnerstag. Die Geldstrafe betrug 60 Tagessätze in Höhe von 30.000 Euro. Es ist der höchstmögliche Tagessatz.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von anderthalb Jahren und eine Geldauflage von 1,5 Millionen Euro gefordert. Sie wirft Boateng vor, seine Ex-Lebensgefährtin im Juli 2018 bei einem Urlaub auf den Turks- und Caicosinseln in der Karibik attackiert zu haben. Laut Anklage soll er sie geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen, sie auf den Boden geschleudert und dabei heftig beleidigt haben. Die Vorwürfe lauten auf Beleidigung und Körperverletzung.

Das Gericht ging allerdings in seinem Urteil nur von »einem Faustschlag« ins Gesicht aus. Boateng hat die Vorwürfe zurückgewiesen  und betont, er habe seine Ex-Freundin nie geschlagen. Sein Verteidiger beantragte Freispruch.

Ein Sachverständiger hatte im Prozess mit seiner Einschätzung die Schilderung des mutmaßlichen Opfers gestützt. »Die Befunde, die hier dokumentiert wurden, lassen sich weitgehend übereinstimmend mit der Hergangsschilderung der Nebenklägerin in Einklang bringen«, sagte der Mediziner in München.

Staatsanwältin Stefanie Eckert bezeichnete die Frau als »Opfer häuslicher Gewalt«. Allerdings sei nicht nur sie Opfer geworden, sondern auch Boateng – »Opfer ihrer gemeinsamen toxischen Beziehung«.

Boateng nahm die Entscheidung äußerlich gelassen entgegen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Anfang des Jahres hatte Boatengs frühere Freundin Kasia Lenhardt Suizid begangen. Zuvor hatte der Fußballspieler in einem »Bild«-Interview behauptet, sie habe ihn erpresst. Wie der SPIEGEL die Geschichte dieser Beziehung recherchierte, lesen Sie hier.

kim/dpa/sid
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