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12. Dezember 2012, 19:44 Uhr

Missbrauchsskandal

Savile soll für 200 Verbrechen verantwortlich sein

Scotland Yard spricht von einem Skandal in "noch nie dagewesenen Ausmaß": Laut Polizei könnte der frühere BBC-Moderator Jimmy Savile bis zu 199 Verbrechen begangen haben. Darunter sollen mehr als 30 Vergewaltigungen sein.

London - Auf das Konto des verstorbenen BBC-Starmoderators Jimmy Savile gehen nach Angaben der britischen Polizei fast 200 mutmaßliche Verbrechen. Seit Beginn der Ermittlungen in dem Skandal um Kindesmissbrauch hätten sich 589 Menschen mit Informationen gemeldet, darunter 450 mutmaßliche Opfer Saviles, teilte Scotland Yard mit.

Die Aussagen hätten ergeben, dass Savile für 199 Verbrechen verantwortlich sein könnte, darunter für 31 Fälle von Vergewaltigung. Es handle sich um einen Skandal in einem "noch nie dagewesenen Ausmaß". Rund 80 Prozent der mutmaßlichen Opfer seien Kinder oder Jugendliche gewesen, ähnlich hoch sei der Anteil weiblicher mutmaßlicher Opfer gewesen, teilte die Polizei mit.

Der Skandal war durch eine Dokumentation des britischen Senders ITV ins Rollen gekommen. Im Oktober wurden Ermittlungen eingeleitet, im Zuge derer bereits mehrere britische Prominente vorübergehend festgenommen wurden. Auch die BBC steht seither schwer unter Druck: Ein kritischer Bericht über Savile war nie gesendet worden, später wurden hingegen Missbrauchsvorwürfe gegen einen unschuldigen Tory-Politiker verbreitet. BBC-Chef George Entwistle trat daraufhin zurück. Savile war im vergangenen Jahr im Alter von 84 Jahren gestorben.

hut/AFP

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