Angriff auf Salman Rushdie Harry-Potter-Autorin Rowling online bedroht

Sie hatte sich besorgt um Autor Salman Rushdie gezeigt, daraufhin wurde Erfolgsautorin Joanne K. Rowling selbst im Internet angefeindet. Schriftstellerin Taslima Nasreen erging es ähnlich.
Joanne K. Rowling

Joanne K. Rowling

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Neil Hall/ EPA-EFE

Nach dem Angriff auf den Schriftsteller Salman Rushdie ist die britische Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling online bedroht worden. Sie hatte auf Twitter ihr Entsetzen über die Gewalttat ausgedrückt und über Rushdie geschrieben: »Ich hoffe, er ist okay.« Daraufhin antwortete ein anderer Nutzer: »Keine Sorge, du bist die nächste.« (Original: »Don’t worry you are next«.)

Der preisgekrönte Autor Rushdie war am Freitag in den USA auf offener Bühne attackiert und schwer verletzt worden.

Am Samstag bat Rowling zunächst Twitter selbst um Unterstützung. Später bedankte sich die 57-Jährige bei ihren Fans für Zuspruch und Unterstützung und schrieb, die Polizei sei eingeschaltet und auch wegen anderer Drohungen im Einsatz.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Starautorin gegen Bedrohungen im Internet wehren muss. Bereits im November vergangenen Jahres hatte Rowling auf Twitter erklärt, so viele Morddrohungen erhalten zu haben, »dass ich das Haus damit tapezieren könnte«. Rowling ist aufgrund von Äußerungen zur Stellung und zu den Rechten von Transfrauen umstritten. Viele werfen ihr Transfeindlichkeit vor, was sie selbst zurückweist.

Auch die Autorin Taslima Nasreen wurde auf Twitter nach Solidaritätsbekundungen für Rushdie bedroht. »Ich bin wirklich schockiert. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren würde. Er hat im Westen gelebt und wurde seit 1989 geschützt. Wenn er angegriffen wird, kann jeder angegriffen werden, der sich kritisch über den Islam äußert. Ich bin besorgt«, hatte die aus Bangladesch stammende Nasreen nach dem Angriff geschrieben. Jetzt sei sie an der Reihe, sie solle sich versteckt halten, schrieb daraufhin etwa eine Nutzerin.

Nasreen war 1994 aus ihrer Heimat geflohen, nachdem ein Gericht festgestellt hatte, dass sie mit ihrem Roman »Lajja« (»Scham«) die religiösen Gefühle der Muslime verletzt hatte. In Indien musste sie danach vor radikalen Muslimen fliehen.

dam/sak/dpa
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