Mexikanischer Drogenboss "El Chapo" wehrt sich gegen Auslieferung an die USA

Der mexikanische Drogenboss Joaquín Guzmán kämpft gegen seine Auslieferung an die USA. Dort werden "El Chapo" Mord, Drogenhandel, organisierte Kriminalität und Geldwäsche vorgeworfen.

Joaquín "El Chapo" Guzmán
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Joaquín "El Chapo" Guzmán


Erst tat Joaquín Guzmán alles, um seine Auslieferung von Mexiko an die USA zu verzögern. Dann konnte es "El Chapo" plötzlich gar nicht schnell genug gehen: Er sei bei schlechter Gesundheit und werde im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano mit Schlafentzug gefoltert. Nun hat es sich der Drogenboss mal wieder anders überlegt - und wehrt sich gegen seine Auslieferung.

Das Verteidigerteam habe einstweiligen Rechtsschutz gegen die Überstellung des Chefs des Sinaloa-Kartells an die Vereinigten Staaten beantragt, sagte sein Anwalt José Refugio Rodríguez dem Radiosender MVS. Es gebe nicht genug Beweise, um seinen Mandanten in den USA vor Gericht zu stellen. Der Auslieferungsprozess gegen "El Chapo" könnte bis zu fünf Jahre dauern, sagte Rodríguez.

Bereits im Mai hatte ein anderes Verteidigerteam Rechtsmittel gegen Guzmáns Auslieferung eingelegt. Wenig später sagte der Drogenboss allerdings, die Anwälte würden ihn nicht vertreten. Das mexikanische Außenministerium hat der Auslieferung von "El Chapo" bereits zugestimmt. In den USA werden ihm Mord, Drogenhandel, organisierte Kriminalität und Geldwäsche vorgeworfen.

Guzman ist schon zweimal aus mexikanischen Hochsicherheitsgefängnissen geflohen - zuletzt im Juli 2015. Ein halbes Jahr später wurde er wieder gefasst.

Drogenboss "El Chapo" gefasst

wit/dpa



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