Mexikanischer Drogenboss So entkam "El Chapo"

Drogenboss Joaquín Guzmán floh durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel aus dem Knast. Mexikanische Ermittler haben nun Bilder vom Ausgang in einem Rohbau veröffentlicht.


Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto hat den Gefängnisausbruch des berüchtigten Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán als "Affront gegen den Staat" bezeichnet. Die mexikanischen Sicherheitskräfte stünden nun vor der Aufgabe, "diesen Kriminellen wieder festzunehmen". Für Peña Nieto, der sich derzeit in Frankreich aufhält, ist der Ausbruch Guzmáns ein harter Schlag im Kampf gegen die Drogenbanden. Die Festnahme des Kartellchefs war im vergangenen Jahr als großer Coup inszeniert worden.

Guzmán floh am Samstagabend durch einen anderthalb Kilometer langen Tunnel aus seiner Zelle im Hochsicherheitsgefängnis Altiplano. Eine Großfahndung blieb bisher ohne Erfolg.

Mexikanische Ermittler veröffentlichten inzwischen Bilder des schmalen Tunnelausgangs in einem Rohbau außerhalb des Gefängnisses. Das Tunnelsystem verfügte den Angaben zufolge über Treppen, Belüftung, Beleuchtung und ein auf Schienen geschraubtes kleines Motorrad, mit dem Werkzeuge und Erde transportiert worden sein sollen. Bilder aus dem Inneren des Tunnels wurden nicht veröffentlicht. In dem Rohbau fanden Ermittler auch eine Box mit Kleidung.

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Joaquín Guzmán: Tunnelausgang im Rohbau
Die USA boten ihre Hilfe bei der Fahndung an. "Die US-Regierung steht zur Zusammenarbeit mit unseren mexikanischen Partnern bereit, um jede Hilfe zu leisten, die zu seiner schnellen Wiederergreifung führen könnte", teilte US-Justizministerin Loretta Lynch mit. In den USA wird Guzmán wegen Drogenhandels und organisierten Verbrechens gesucht.

Guzmán gilt als Kopf des Sinaloa-Kartells, einer der mächtigsten Mafia-Organisationen weltweit. Bereits 2001 war er mutmaßlich in einem Wäschewagen aus einem Hochsicherheitsgefängnis entkommen und lebte bis zu seiner erneuten Festnahme im Februar 2014 im Untergrund.

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Drogenboss "El Chapo": Flucht durch 1,5-Kilometer-Tunnel

hut/AFP/dpa

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