Gerichtsbeschluss Kachelmann darf Namen seiner Ex-Geliebten wieder nennen

Das Landgericht Mannheim hat zwei Verfügungen gegen den Moderator Jörg Kachelmann und dessen Verlag aufgehoben. Er darf den vollen Namen seiner Ex-Geliebten wieder in der Öffentlichkeit nennen. Die Bezeichnung "Kriminelle" bleibt verboten, "Falschbeschuldigerin" ist aber erlaubt.
Kachelmann bei seiner Buchpräsentation in Frankfurt am Main: Erfolg vor Gericht

Kachelmann bei seiner Buchpräsentation in Frankfurt am Main: Erfolg vor Gericht

Foto: Boris Roessler/ dpa

Mannheim - Lange sah es nach einem juristischen Sieg für die Ex-Geliebte von Jörg Kachelmann aus: Claudia D. hatte erwirkt, dass der Wettermoderator ihren Nachnamen weder in der Öffentlichkeit benutzen, noch in seinem Buch "Recht und Gerechtigkeit" nennen darf. Doch nun hat das Landgericht Mannheim die beiden einstweiligen Verfügungen nach einer mündlichen Verhandlung wieder aufgehoben.

Das Landgericht untersagte es Kachelmann allerdings, D. eine "Kriminelle" zu nennen, als "Falschbeschuldigerin" darf er sie hingegen weiter bezeichnen. Mit dem Beschluss kann Kachelmanns Buch nun mit voller Namensnennung vertrieben werden. Der 54-jährige Schweizer muss sich zudem bei öffentlichen Reden nicht mehr einschränken, wenn es um den Nachnamen seiner ehemaligen Geliebten geht.

Die Radiomoderatorin D. hatte Kachelmann der Vergewaltigung bezichtigt. Am Ende eines spektakulären Prozesses war der Wetterexperte im Mai 2011 freigesprochen worden. Claudia D. gab später der Zeitschrift "Bunte" ein Interview und ließ die Veröffentlichung von Fotos zu. Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker hatte argumentiert, die Ex-Geliebte müsse eine Namensnennung dulden, da sie sich selbst nach Ende des Strafprozesses in die Öffentlichkeit begeben hatte.

Der Münchner Heyne-Verlag hatte zwischenzeitlich eine modifizierte Auflage mit abgekürztem Namen auf den Markt gebracht. Zu möglichen Schadensersatzforderungen wollte sich der Verlag nicht äußern. "Ob ein Schaden entstanden ist, ist im Moment noch nicht absehbar", sagte Verlagsjustiziar Rainer Dresen.

Der Rechtsanwalt von Claudia D. kündigte an, Rechtsmittel gegen die Entscheidung zu prüfen.

Unabhängig von dem Namens-Streit sehen sich Kachelmann und D. Ende des Monats vor Gericht wieder. Das Landgericht Frankfurt am Main ordnete an, dass sie in einem Streit um Schadenersatz persönlich am 31. Oktober erscheinen müssen. Es wird darüber verhandelt, ob ihm 13.352,69 Euro Schadensersatz zustehen, die er während des Strafprozesses in Mannheim für Gutachter ausgegeben hatte. Kachelmann verlangt das Geld von D. mit der Begründung, dass sie ihn mit falschen Anschuldigungen bei der Staatsanwaltschaft belastet habe.

aar/dpa/dapd
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