Jörg Kachelmann "Ich habe nicht immer monogam gelebt"

Wettermoderator Jörg Kachelmann pocht auf seine juristische Unschuld - im SPIEGEL-Interview räumt er jedoch Fehler im Privatleben ein. Die Frau, die ihn nun der Vergewaltigung beschuldigt, habe er durch sein Verhalten gekränkt: "Die Beziehung lief länger, als ich es hätte zulassen sollen."

Moderator Kachelmann: "Ich habe diese Frau gekränkt"
ddp

Moderator Kachelmann: "Ich habe diese Frau gekränkt"


Hamburg - TV-Moderator Jörg Kachelmann ist frei, doch vor Gericht muss er sich noch verantworten, unter anderem wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung. Im Interview mit dem SPIEGEL schildert er nun seine Sicht der Dinge. "Ich bin unschuldig", sagte er zum von einer Ex-Freundin gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwurf. "Ich habe keinen Fehler gemacht, jedenfalls keinen von irgendwelcher juristischen Relevanz."

Dennoch räumt er ein, jenseits der juristischen Bewertung Fehler gemacht zu haben. "Diese Beziehung lief länger, als ich es hätte zulassen sollen", sagte Kachelmann dem SPIEGEL. "Dadurch habe ich diese Frau in einer Weise gekränkt, die ich in der Nachschau nur bedauern kann."

Im Zuge der Debatte um seinen Fall kamen etliche Details aus seinem Privatleben an die Öffentlichkeit, unter anderem auch zu Kachelmanns sexuellen Vorlieben. Dazu sagte er nun: "Ich habe in meinem Leben ganz sicher nicht alles richtig gemacht. Und ich habe auch nicht in jeder Phase meines Lebens monogam gelebt. Aber deswegen habe ich keine Straftat begangen." Erotische Vorlieben wolle er nicht öffentlich diskutieren. "Alles was geschah, geschah einvernehmlich."

Vom Springer-Verlag fordert Kachelmann nun wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte Schmerzensgeld in Millionenhöhe. "Wir können bestätigen, dass es Forderungen gibt, die sich etwa auf zwei Millionen Euro summieren", sagte Tobias Fröhlich, Sprecher der "Bild"-Gruppe. Einzelheiten nannte Fröhlich nicht. Der Verlag weise die Forderungen aber allesamt zurück. Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker wollte sich zu der Sachlage auf Anfrage nicht äußern.

"Ich war dort Hilfsreiniger"

Die Mannheimer Staatsanwaltschaft wirft dem 52-jährigen Kachelmann Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall und Körperverletzung vor. Er soll Anfang Februar seine frühere Freundin zum Sex gezwungen und mit einem Messer am Hals verletzt haben. Wegen der Vorwürfe muss Kachelmann sich vor Gericht verantworten. Der Prozess beginnt am 6. September.

Kachelmann war am 20. März nach der Rückkehr von den Olympischen Winterspielen aus Kanada am Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte den Haftbefehl gegen den Schweizer am Donnerstag aufgehoben - mit der Begründung, es bestehe kein "dringender Tatverdacht" mehr.

Über die mehr als vier Monate in Untersuchungshaft sagte Kachelmann im SPIEGEL: "Ich war dort Hilfsreiniger." Zu seinen Aufgaben habe es gehört, Putzmittel und Post zu verteilen. "Außerdem musste ich die Klos putzen." Wettervorhersagen aus der Zelle habe er nicht angestellt, obwohl ihn seine Mithäftlinge darum gebeten hätten: "Klar hätte ich am Himmel ein paar Dinge ablesen können. Aber ich hatte keine Lust." Wetter sei die Leidenschaft seines Lebens gewesen, "daraus wurde ich nun rausgerissen".



insgesamt 180 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Aschmersal 31.07.2010
1. Ich halte ihn für unschuldig
Zitat von sysopWettermoderator Jörg Kachelmann pocht auf seine juristische Unschuld - im SPIEGEL-Interview räumt er jedoch Fehler im Privatleben ein. Die Frau, die ihn nun der Vergewaltigung beschuldigt, habe er durch sein Verhalten gekränkt: "Die Beziehung lief länger, als ich es hätte zulassen sollen." http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,709498,00.html
Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er unschuldig ist. Trotzdem würde ich meine Tochter (wenn ich eine hätte) nicht mit ihm allein lassen.
NoMaHu 31.07.2010
2. "Ich habe nicht immer monogam gelebt"
Zitat von sysopWettermoderator Jörg Kachelmann pocht auf seine juristische Unschuld - im SPIEGEL-Interview räumt er jedoch Fehler im Privatleben ein. Die Frau, die ihn nun der Vergewaltigung beschuldigt, habe er durch sein Verhalten gekränkt: "Die Beziehung lief länger, als ich es hätte zulassen sollen." http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,709498,00.html
Wer hat das schon?! Männer sind Gemütsmenschen, ihnen fällt es manchmal schwer, eine für den Partner bittere Wahrheit spontan auszusprechen. Frauen sind da als Gefühlsmenschen viel radikaler - ja sogar gefühlsroh - in Ihren Entschlüssen zur Trennung. Generell läßt sich aber sagen, daß derjenige, der die Trennung ausspricht, den Leidensweg hinter sich hat, den der Empfänger der Botschaft nun vor sich hat.
Peter Sonntag 31.07.2010
3. Wichtigtuer Kachelmann
Zitat von sysopWettermoderator Jörg Kachelmann pocht auf seine juristische Unschuld - im SPIEGEL-Interview räumt er jedoch Fehler im Privatleben ein. Die Frau, die ihn nun der Vergewaltigung beschuldigt, habe er durch sein Verhalten gekränkt: "Die Beziehung lief länger, als ich es hätte zulassen sollen." http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,709498,00.html
Wenn dieser Mensch nun von BILD 2 Millionen haben will, verdient er eigentlich nur einen Tritt in den Hintern wegen Selbstüberschätzung. Allerdings hätte die Bildzeitung ihm weniger Aufmerksamkeit schenken müssen, denn wer ist er denn ? Seine "Fehler im Privatleben" einschließlich sexuellem Spezialverhalten kommen heutzutage in vielen bürgerlichen Familien vor, ohne dass noch irgendein Hahn danach kräht.
albert schulz 31.07.2010
4. "Die Beziehung lief länger, als ich es hätte zulassen sollen.“
Natürlich ist der Mann absolut unschuldig. Jeder weiß doch aus eigener Erfahrung, daß die weibliche Seite das Heft in der Hand hält, also ganz praktisch jedes und alles beeinflussen kann, gerade ein älterer Herr wie Kachelmann ist auf Gnade und Verderb ihrem Liebreiz und ihren Künsten ausgeliefert. Natürlich könnte er so naiv sein, wie das seine Brustbilder nahelegen, und hält sich für einen jugendlich – stürmischen Verführer, aber selbst dieser beliebte Irrtum kann ohne resolute weibliche Nachhilfe nicht gedeihen. An dieser Stelle sind Männer erstaunlich leichtgläubig. "Die Beziehung lief länger, als ich es hätte zulassen sollen.“ Das ist natürlich eine alberne Aussage, aber ziemlich männlich. Es gibt Männer, die bis neunzig noch nicht bemerkt haben, daß ihre Ehe vor sechzig Jahren das Zeitliche gesegnet hat. Der gute Mann steht am Wendepunkt seiner Karriere als Blähboy und hat das einfach noch nicht gemerkt. Er muß also in Zukunft deutlich mehr zahlen, wenn er in ein bewunderndes weibliches Antlitz schauen will oder sogar heiraten. An dem Punkt sind die Mädels knochenhart. Vielleicht läßt er sich mal von Beckenbauer, Matthäus oder Ribery oder Becker beraten, was Kosten und Erfolg angeht.
dr. ch. bernhart 31.07.2010
5. Hört auf
Jetzt bastelt die Staatsanwaltschaft Mannheim eine neue Anklage gegen den armen Kachelmann, nachdem sie mit dem Vergewaltigungsvorwurf kläglich gescheitert ist. Das beweist, was man schon lange vermutete, dass es diesem Strafverfolgungsbehörden nicht um Wahrheitsfindung und Gerechtigkeit geht, sondern lediglich darum, einen Promi in die Pfanne zu hauen. Das hat mit Rechtstaat nichts mehr zu tun. Gibt es in Deutschland eigentlich keine Aufsicht über die amok laufenden Strafverfolgungsbehörden, welche diesen Unsinn stoppen kann
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.