Schadensersatz für Gutachten Kachelmann prozessiert gegen Ex-Geliebte

Strafrechtlich ist der Fall Kachelmann abgeschlossen, der TV-Moderator wurde freigesprochen. Nun will er in einem Zivilverfahren mehr als 13.000 Euro von seiner Ex-Geliebten haben - Schadensersatz für Gutachten, mit denen sich der 55-Jährige gegen den Vorwurf der Vergewaltigung verteidigte.

TV-Moderator Kachelmann, Ex-Geliebte Claudia D.: Streit vor dem Landgericht
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TV-Moderator Kachelmann, Ex-Geliebte Claudia D.: Streit vor dem Landgericht


Frankfurt am Main - Im Schadensersatzprozess von TV-Moderator Jörg Kachelmann gegen seine Ex-Geliebte hat das Frankfurter Landgericht die Öffentlichkeit kurz nach Verhandlungsbeginn ausgeschlossen. Es sei eine persönliche Anhörung der Parteien vorgesehen, dabei könnten auch "absolut geschützte Dinge aus der Intimsphäre" zur Sprache kommen, sagte der Vorsitzende Richter.

Kachelmann erschien in Begleitung seiner drei Anwälte. Die Beklagte Claudia D. kam zusammen mit einem Anwalt. In einem Strafverfahren war Kachelmann 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden, jetzt will er zivilrechtlich Schadensersatz.

Das Landgericht hörte beide Parteien an und räumte ihnen eine Frist zu weiteren schriftlichen Stellungen ein. Am 17. Dezember will die Kammer eine Entscheidung verkünden, wie es in dem Verfahren weiter geht. Kachelmann wollte sich zu dem Prozess nicht äußern. Auf die Frage, warum er ihn führe, antwortete er nur: "Raten Sie mal!" Der Anwalt von Claudia D., Manfred Zipper, hatte vor Verhandlungsbeginn gesagt, es gebe keine neuen Anhaltspunkte für eine angebliche Lüge seiner Mandantin.

Das Landgericht Mannheim hatte Kachelmann im Strafverfahren nach mehr als 40 Verhandlungstagen im Mai 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen, weil auch nach der umfangreichen Beweisaufnahme nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, was in der angeblichen Tatnacht geschehen war. Das Gericht hatte jedoch auch betont, dies sei "nicht mit dem Nachweis einer intentionalen Falschaussage" der Ex-Geliebten verbunden.

In dem Frankfurter Zivilverfahren sind zwei Versuche der gütlichen Einigung gescheitert. Der Fernsehmoderator fordert mehr als 13.000 Euro Schadensersatz von seiner Ex-Geliebten für Gutachten, mit denen er sich im Strafprozess verteidigt hatte.

In der Klageschrift argumentiert Kachelmanns Anwältin, Claudia D. habe den Wetterexperten zu Unrecht beschuldigt, um ihn verhaften zu lassen. Deshalb habe sie ihm den daraus resultierenden Schaden zu ersetzen. Sollte Kachelmann Erfolg haben, könnten weitere Forderungen auf seine Ex-Geliebte zukommen. Anders als im Strafprozess liegt die Beweislast nun allerdings bei Kachelmann: Er muss darlegen und beweisen, dass Claudia D. die Unwahrheit gesagt hat.

ulz/dpa

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