Johannesburg Acht Tote bei Gewaltausbruch mit Kriegswaffen – Co-Pilot in Helikopter angeschossen

Bei einer Schießerei mit mutmaßlichen Räubern sind in Südafrika acht Menschen getötet worden. Nach zahlreichen Verdächtigen der 25-köpfigen Bande wird nach einer wilden Verfolgungsjagd noch gesucht.
Von Projektilen durchsiebter BMW im Stadtteil Rosettenville in Johannesburg

Von Projektilen durchsiebter BMW im Stadtteil Rosettenville in Johannesburg

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GUILLEM SARTORIO / AFP

Die Täter waren in PS-starken, gestohlenen Wagen unterwegs und verfügten über automatische Sturmgewehre sowie erhebliche Mengen Munition – und die wurde bei einem Zusammentreffen mit der Polizei in Südafrika auch in erheblichem Umfang verschossen.

Mindestens acht Menschen sind bei dem wilden Schusswechsel mit automatischen Kriegswaffen in Johannesburg ums Leben gekommen, fünf Polizisten wurden verletzt. Zwei von ihnen sollen sich Medienberichten zufolge in einem gesundheitlich kritischen Zustand befinden, sie wurden demnach in ein Krankenhaus geflogen.

Ein Polizeihelikopter wurde von der etwa 25-köpfigen Bande ebenfalls unter Feuer genommen – der Co-Pilot wurde angeschossen, wie Polizeiminister Bheki Cele im nationalen Fernsehen sagte.

»Wir haben es mit herzlosen Menschen zu tun, die bereit sind, uns zu töten«, wurde Cele von der Nachrichtenseite »News 24 « zitiert. Die Täter waren Medienberichten zufolge schwer bewaffnet, hauptsächlich mit R4 und AK47, samt doppelten Magazinen. Am Tatort wurden Schusswaffen, Sprengstoff und Benzin sowie entwendete oder gestohlene Autos sichergestellt.

Südafrika verzeichnet 74 Morde pro Tag

Acht Verdächtige wurden festgenommen, nach neun weiteren wird noch gefahndet. Der Schießerei vorangegangen war eine wilde Verfolgungsjagd im Stadtteil Rosettenville. Die Täter hatten nach Angaben des Ministers eine Attacke auf einen Geldtransporter geplant.

Die Tatsache, dass auch Kriminelle aus den Nachbarländern Simbabwe und Botswana Mitglieder der Bande waren, befeuerte in den sozialen Medien des Landes eine bereits zuvor hitzig geführte Debatte über eine Ausweisung von Ausländern.

Südafrika hat weltweit eine der schlimmsten Kriminalstatistiken. Cele hatte am Freitag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik bekannt gegeben, dass die Polizei allein zwischen Oktober und Dezember 2021 insgesamt 6859 Mordfälle registriert hat – statistisch gesehen mehr als 74 Morde pro Tag. Cele forderte eine weitere Intensivierung der Verbrechensbekämpfung.

Anmerkung der Redaktion: Die Waffen, mit denen die Täter ausgerüstet waren, sollen die Bezeichnungen R4 und AK47 und nicht – wie ursprünglich geschrieben – AK6 oder AK7 getragen haben. Wir haben die Stelle korrigiert.

apr/dpa

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