Florida Mutmaßlich psychisch kranker Mörder hingerichtet

Im US-Bundesstaat Florida ist der 65-jährige John Ferguson hingerichtet worden. Der achtfache Mörder war seinem Anwalt zufolge paranoid schizophren, er soll vor seinen Taten Jahre in der Psychiatrie verbracht haben. Das Oberste Gericht der USA lehnte einen Einspruch dennoch ab.

Undatierte Aufnahme von John Ferguson: Verurteilt wegen achtfachen Mordes
AP/Florida Department of Corrections

Undatierte Aufnahme von John Ferguson: Verurteilt wegen achtfachen Mordes


Starke - Ungeachtet zahlreicher Appelle und Proteste ist ein mutmaßlich psychisch kranker Mehrfachmörder im US-Bundesstaat Florida hingerichtet worden. John Ferguson sei am Montagabend nach einer Gift-Injektion gestorben, teilte die Gefängnisbehörde mit.

Ferguson war wegen acht Morden in den Jahren 1977 und 1978 zum Tode verurteilt worden, er verbrachte 35 Jahre im Todestrakt. Laut seinem Anwalt Chris Handman litt der 65-Jährige an paranoider Schizophrenie und bezeichnete sich bis zuletzt als "Prince of God".

Ferguson war wegen zwei unterschiedlicher Verbrechen verurteilt worden: 1977 erschoss er bei einem Raubüberfall gemeinsam mit zwei Komplizen sechs Menschen. Ein Jahr später verkleidete er sich als Polizist, um ein Pärchen auszurauben. Ferguson vergewaltigte die Frau und erschoss sowohl sie als auch ihren Partner. Seine Verteidigung plädierte damals auf Schuldunfähigkeit, das Gericht folgte dieser Sicht jedoch nicht.

Vergeblich hatten Ärzte, Anwälte und Krankenverbände beim Obersten Gericht der USA versucht, die Vollstreckung des Todesurteils zu stoppen. Am Montag wiesen die Richter einen letzten Appell zurück. Weniger als zwei Stunden nach der Entscheidung wurde die Hinrichtung vollzogen.

Anwalt Handman äußerte sich enttäuscht. Noch im vergangenen Herbst war die Hinrichtung Fergusons in letzter Minute ausgesetzt worden. "Ferguson ist psychisch krank", sagte Handman. "Er glaubt, er sei der 'Prince of God', könne nicht sterben und werde nach der Hinrichtung auferstehen - um gemeinsam mit Jesus Amerika vor den Kommunisten zu retten." Sein Mandant begreife weder, warum er hingerichtet wird, noch erfasse er die Bedeutung des Todes.

Vor dem Gefängnis demonstrierten rund drei Dutzend Personen gegen die Hinrichtung.

hut/AFP/AP



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