Schmiergeldaffäre Ermittlungen gegen Spaniens Ex-König Juan Carlos eingestellt

»Mangel an Beweisen, Verjährung, Immunität«: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht länger gegen Juan Carlos I. Unklar ist noch, ob er nun nach Spanien zurückkehrt.
Juan Carlos I. (Archivbild): War von 1975 bis 2014 König von Spanien

Juan Carlos I. (Archivbild): War von 1975 bis 2014 König von Spanien

Foto: OSCAR DEL POZO / AFP

Die spanische Staatsanwaltschaft hat die Verfahren wegen finanziellen Fehlverhaltens gegen Juan Carlos I. eingestellt. Fallengelassen wurden die Ermittlungen gegen den 84-jährigen Ex-Monarchen nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Mittwoch unter anderem aus »Mangel an Beweisen, Verjährung sowie aufgrund der Immunität«, die Juan Carlos als Staatsoberhaupt bis zu seiner Abdankung genossen habe.

Juan Carlos' Anwalt Javier Sánchez-Junco bestätigte die Einstellung der Ermittlungen gegen seinen Mandanten. Die Staatsanwaltschaft habe »in keinem der Fälle« ein »Fehlverhalten« ausgemacht, das »König Juan Carlos zugeschrieben werden könnte«.

Die spanische Staatsanwaltschaft hatte seit 2020 drei Ermittlungen gegen Juan Carlos eingeleitet. Dabei ging es unter anderem um dubiose Geldgeschenke in Millionenhöhe aus Saudi-Arabien und um Vorwürfe der Geldwäsche. Im Zentrum der Verdächtigungen stand eine Summe von 100 Millionen Dollar (65 Millionen Euro), die der damalige saudi-arabische König Abdullah im Jahr 2008 auf ein Schweizer Bankkonto eingezahlt hatte, auf das auch Juan Carlos Zugriff hatte.

Die Ermittler hätten keine direkte oder indirekte Verbindung zwischen der Zahlung und der Auftragsvergabe für den Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zwischen Mekka und Medina in Saudi-Arabien an ein spanisches Konsortium feststellen können, hieß es nun in der Erklärung der Staatsanwaltschaft. Bereits im Dezember hatte die Schweizer Justiz Ermittlungen zu den mysteriösen Guthaben von Juan Carlos aus Mangel an Beweisen eingestellt.

Juan Carlos lebt seit August 2020 im Exil in Abu Dhabi. Seinem Sohn, Spaniens König Felipe VI., schrieb er damals in einem Brief, er habe die Entscheidung für seine plötzliche Ausreise vor dem Hintergrund der »Auswirkungen, die gewisse Ereignisse der vergangenen Zeit in meinem Privatleben auslösen« getroffen. Er hoffe, dass sein Gang ins Exil es Felipe ermöglichen werde, sein Amt mit der nötigen »Ruhe« auszuführen.

Felipe distanzierte sich seither mehrfach von seinem Vater. Medien berichteten, dass Juan Carlos an einer Rückkehr in seine Heimat interessiert sei, aber das Thema ist in Spanien sehr umstritten.

bbr/AFP