Vergewaltigungsvorwürfe Schwedische Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl gegen Assange

Die Ermittlungen in Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen Julian Assange schreiten voran: Nun hat die Justiz einen Haftbefehl beantragt.

Julian Assange beim Verlassen einer Polizeiwache in London
Peter Nicholls/REUTERS

Julian Assange beim Verlassen einer Polizeiwache in London


Die schwedische Justiz treibt ihre Ermittlungen gegen Julian Assange voran. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl gegen den WikiLeaks-Gründer wegen des Verdachts der Vergewaltigung beantragt. Stimmt das Gericht zu, wolle man eine Auslieferung Assanges an Schweden erreichen. Das sagte die stellvertretende Direktorin der Strafverfolgung, Eva-Marie Persson.

Wann das Bezirksgericht Uppsala über den Antrag entscheidet, ist unklar. Die Anklage hatte ihre Voruntersuchungen gegen Assange vor einer Woche wieder aufgenommen.

Die schwedische Staatsanwaltschaft hatte 2010 wegen eines "minderschweren Falls" von Vergewaltigung gegen Assange ermittelt. Er sprach hingegen von einem politisch motivierten Verfahren und von einvernehmlichem Sex. Das Verfahren wurde 2017 eingestellt, weil die Ermittler keine Möglichkeit sahen, die Ermittlungen weiter voranzubringen.

Asyl in der Botschaft

Assange hatte sich schon Ende 2010 der Polizei in Großbritannien gestellt. Er kam unter Auflagen wieder frei, beantragte im Juni 2012 Asyl in der Botschaft von Ecuador in London. Dort blieb er bis zum 11. April 2019. Dann hob die Regierung Ecuadors Assanges diplomatisches Asyl mit der Begründung auf, er habe gegen die Auflagen dafür verstoßen.

Assange ist in Großbritannien wegen Verstoßes gegen Kautionsauflagen zu 50 Wochen Haft verurteilt worden. Derzeit ist er in einem britischen Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert.

Die USA, die ihm Verschwörung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vorwerfen, stellten offiziell einen Auslieferungsantrag. Sollte dieser Antrag in Konkurrenz zu einem schwedischen europäischen Haftbefehl stehen, müssten die britischen Behörden entscheiden, welcher der beiden Punkte wichtiger sei, erklärte Persson.

jpz/dpa



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