Massenschlägerei in Niederlanden Junggesellenabschied endet für 15 Deutsche im Gefängnis

Sie reisten mit dem Doppeldecker aus Gelsenkirchen an, doch statt fröhlich zu feiern, verprügelten 78 deutsche Partygäste niederländische Polizisten. Einige sitzen immer noch im Gefängnis.

Bei manchen dieser Feiern werden dem künftigen Bräutigam Fußfesseln angelegt oder er muss im Sträflingskostüm herumlaufen, um schon mal einen Vorgeschmack auf das "Gefängnis" Ehe zu bekommen. Die Party-Gäste eines Junggesellenabschieds in den Niederlanden nahmen dieses Motto jedoch allzu wörtlich, denn am Ende der Feier saßen 15 von ihnen wirklich im Gefängnis.

Am Sonntag waren die 78 Deutschen mit einem Doppeldeckerbus aus Gelsenkirchen in den niederländischen Küstenort Renesse in der Provinz Zeeland gereist, um dort zu feiern. Irgendwann eskalierte die Party jedoch: Augenzeugen zufolge hatte einer der Deutschen einen Beamten geschlagen. Das soll der Anlass zu der Massenschlägerei gewesen sein. Türsteher von Diskotheken kamen der Polizei zu Hilfe.

"Ich habe in meiner Laufbahn noch nie so viel Gewalt mitgemacht", sagte einer der Beamten dem Radiosender Omroep Zeeland. Sechs Polizisten wurden verletzt, zwei von ihnen mussten mit Kopfverletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Auch ein Deutscher soll verletzt worden sein.

Nach der Massenschlägerei sitzen nun 15 Deutsche vorläufig im Gefängnis. Am Dienstag soll ein Richter entscheiden, ob sie in Untersuchungshaft bleiben. Das teilte der Bürgermeister des Ortes, Gerard Rabelink, am Montag mit. Die Ermittlungen dauerten noch an. Die Polizei werde nun die Aufnahmen von Sicherheitskameras und Smartphones von Zeugen auswerten, teilte ein Sprecher mit.

Die meisten der Partygäste konnten nach Aufnahme der Personalien am Sonntag zurück nach Deutschland fahren.

mia/dpa