Juristisches Tauziehen Ernst August kämpft weiter vor Gericht

Ernst August von Hannover wird die Gerichte weiter beschäftigen. Wenn er seinen Revisionsantrag zurückzieht, gilt er zwar offiziell wegen schwerer Körperverletzung als vorbestraft. Aber der Schachzug könnte ihm die Einstellung eines anderen Verfahrens bringen.


Ernst August von Hannover: Mehrere Prozesse beschäftigen die Gerichte
AP

Ernst August von Hannover: Mehrere Prozesse beschäftigen die Gerichte

Hannover - Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft nach Angaben eines Sprechers nun, was mit einem Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung passiert. Der Prinz soll einen Wachmann auf dem Flughafen Hannover angepöbelt haben. Hier kommt nach Auskunft der Justiz eine Einstellung des Verfahrens in Frage, weil der Vorwurf gering wirkt angesichts des nun zumindest vorerst rechtskräftigen Urteils wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die Rücknahme der Revision bedeutet keineswegs, dass Ernst August in dem Fall aufgibt. Vielmehr strebt sein Anwalt das sehr aufwendige Verfahren einer Wiederaufnahme des Verfahrens an. Das Landgericht Hannover hatte den Prinzen zu einer Geldstrafe von 445.000 Euro verurteilt, weil er einen Hotelier in Kenia krankenhausreif prügelte.

Mit dem Schritt gilt Ernst August Prinz von Hannover als vorbestraft. Mit der von seinem Anwalt angekündigten Rücknahme der Revision wird das Urteil des Landgerichts rechtskräftig.

Doch das sind nicht die einzigen Prozesse: In Sachsen-Anhalt bemüht Ernst August gleich in zwei Verfahren die Gerichte, um Enteignungen rückgängig zu machen. Dabei geht es um nach 1945 auf russische Anweisung in Ostdeutschland enteigneten Familienbesitz: Schlösser, Klöster und umfangreicher Landbesitz.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.