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03. Oktober 2013, 00:46 Uhr

Prozess in Los Angeles

Konzertagentur muss nicht für Michael Jacksons Tod zahlen

Es ging um mehrere hundert Millionen Dollar Schadensersatz: Im Rechtsstreit über den Tod von Michael Jackson hat die Jury die Klage der Hinterbliebenen zurückgewiesen. Die Konzertagentur AEG trägt demnach keine Schuld am Tod des King of Pop.

Los Angeles - Die zwölf Geschworenen hatten sich tagelang beraten - am Mittwoch dann das Urteil: Die Jury hat den Konzertveranstalter AEG Live vom Vorwurf freigesprochen, am Tod von Michael Jackson mitschuldig zu sein. Das Unternehmen muss daher keinen Schadensersatz an Jacksons Hinterbliebene zahlen.

Der Prozess hatte Ende April in Los Angeles begonnen. Die Klage gegen AEG führten die drei Jackson-Kinder Prince, Paris und Blanket sowie Michael Jacksons Mutter Katherine. Sie werfen AEG vor, die Gesundheit und Sicherheit des Sängers aus Geldgier vernachlässigt zu haben und forderten Schadensersatz in Millionenhöhe.

Das Unternehmen AEG hatte die für den Sommer 2009 geplante Comeback-Tournee Jacksons organisiert. Die Familie des Popstars erhob in ihrer Klageschrift schwere Vorwürfe gegen die Firma. Der Sänger sei bei seinen letzten Proben körperlich am Ende gewesen. Der Veranstalter habe den labilen Zustand des Stars gekannt, ihn aber nicht geschont. Jacksons Arzt, Conrad Murray, sei unter Druck gesetzt worden, seinen Patienten um jeden Preis fit zu machen.

Michael Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren auf seinem Anwesen in Los Angeles an einer Überdosis des Betäubungsmittels Propofol gestorben, das ihm sein Leibarzt Murray verabreicht hatte. Der Popstar bereitete sich zu diesem Zeitpunkt auf sein Comeback vor und litt unter chronischer Schlaflosigkeit. Murray wurde im Herbst 2011 wegen fahrlässiger Tötung zur Höchststrafe von vier Jahren Haft verurteilt.

Für großes Aufsehen während des Prozesses sorgte vor allem die Aussage von Michael Jacksons ältestem Sohn Prince. Der 16-Jährige erklärte, sein Vater habe vor der geplanten "This Is It"-Comeback-Tour Angst gehabt - ebenso wie vor den Promotern der Konzerte. "Manchmal hat er geweint. Er hat gesagt: 'Sie werden mich töten, sie werden mich töten.'" Auf die Frage, wer damit gemeint sei, habe sein Vater geantwortet: "Die Leute von AEG, Randy Phillips."

Doch dieser Argumentation folgten die Geschworenen nicht. Sie zeigten sich zwar überzeugt, dass AEG den Arzt Murray für Jackson angeheuert habe. Der Mediziner sei jedoch grundsätzlich in der Lage gewesen, seine Aufgabe korrekt wahrzunehmen. Daher treffe AEG keine Schuld.

vks/wal/AP/dpa

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