JVA Würzburg Gefangene hungern für bessere Haftbedingungen

Sie fordern spezielles Essen, andere Fernseher und neue Bettdecken: 62 Gefangene der Justizvollzugsanstalt Würzburg sind im Hungerstreik. 13 Männer sind allerdings schon abgesprungen.

Blick in den Innenhof der JVA Würzburg: "Steppdecken statt Wolldecken"
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Blick in den Innenhof der JVA Würzburg: "Steppdecken statt Wolldecken"


Würzburg - 62 Gefangene der Justizvollzugsanstalt Würzburg demonstrieren seit einer Woche mit einem Hungerstreik für bessere Haftbedingungen. "Sie werden gewogen und soweit nötig ärztlich versorgt", sagte Anstaltsleiter Robert Hutter am Montag. Zum Start der Protestaktion vor einer Woche seien es mehr als 75 Streikteilnehmer gewesen.

Die Inhaftierten haben nach Informationen des bayerischen Justizministeriums ganz konkrete Forderungen. "Sie wollen Kopfkissen statt Kopfkissenkeile; Steppdecken statt Wolldecken; solche Sachen", sagte die stellvertretende Ministeriumssprecherin Susanne Quadbeck laut "Main Post" am Freitag. Die Gefangenen hätten der Anstaltsleitung bereits zwei Wochen zuvor einen Katalog mit insgesamt fünfzehn Forderungen überreicht.

Laut Hutter zählt zu den Forderungen auch, dass die kleinmaschigen Fliegengitter vor den Zellenfenstern verschwinden sollen. Zudem sollen die Inhaftierten wieder ihre eigenen statt in der JVA gemietete Fernseher nutzen dürfen und der Gefängniskaufmann mehr russisches Essen anbieten. Der Großteil der Streikenden seien Russlanddeutsche, berichtete die "Main Post".

Am Dienstag will Hutter mit den gewählten Gefangenensprechern über deren Vorstellungen sprechen. Er hat aber bereits angekündigt, nicht auf Forderungen einzugehen, die sicherheitsrelevant sind, wie zum Beispiel die Abschaffung der engmaschigen Gitter.

siu/dapd



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