Kachelmann-Prozess Minimalspuren an Messer verwirren Experten

Der Gutachter spricht von einer "Mischspur an der Nachweisgrenze": Die angebliche Tatwaffe im Vergewaltigungsprozess um Jörg Kachelmann trägt nur bedingt zur Erhellung des Tatgeschehens bei. Sowohl der Angeklagte als auch die Nebenklägerin sollen das Messer in der Hand gehabt haben. 

TV-Moderator Jörg Kachelmann auf dem Weg ins Gericht
dapd

TV-Moderator Jörg Kachelmann auf dem Weg ins Gericht


Mannheim - Laut Angaben eines Gutachters vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) befinden sich am Messergriff sowohl Spuren, die auf das mögliche Opfer hinweisen, als auch eine, allerdings geringere Spur, die auf Kachelmann hinweist.

Die geringe Spur könne auf die glatte Oberfläche zurückgeführt werden, sagte der Sachverständige Gerhard Bäßler am Montag vor dem Landgericht Mannheim. Eine andere Möglichkeit sei, dass die Spur in der Tüte der Spurensicherung verloren gegangen sei. Auch sei nicht auszuschließen, dass eine "Spurenübertragung" stattgefunden - also das mutmaßliche Opfer winzige Hautpartikel ihres Ex-Geliebten auf das Messer übertragen hat.

"Wenn eine Person das Messer mehrere Minuten in der Hand gehabt hat, dann würde ich ein eindeutigeres Ergebnis erwarten", so das Resümee des Experten. Mithin ist die Auswertung der DNS-Spuren kein Beleg dafür, dass Jörg Kachelmann seine Geliebte mit einem Messer bedroht und verletzt hat. "Es gibt keine Hinweise darauf, dass mit dem Rücken oder der Spitze Verletzungen herbeigeführt wurden", so Bäßler.

Die 37-jährige Nebenklägerin, eine Radiomoderatorin, gibt an, in der Nacht zum 9. Februar nach einem Streit von Kachelmann mit dem Tode bedroht und vergewaltigt worden zu sein. Der 52-jährige Angeklagte bestreitet die Tat.

Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn zeigte sich zufrieden: "Es gibt keinen Sachbeweis dafür, dass die Aussage der Nebenklägerin richtig ist." Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt.

ala/dapd/dpa



insgesamt 99 Beiträge
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stanis laus 20.12.2010
1. So sehen also der "belastbaren Beweis" aus,
die der staatsanwalt anläßlich der Verhaftung von Kachelmann angekündigt hat. Der 2. belastbare Beweis, das Betttuch, spricht ebenfalls nicht für eine Vergewaltigung. Ansonsten lässt der Staatsanwalt Verleumundszeugen sprechen. Gekaufte. Es ist eine Persiflage auf ein rechtsstaatliches Verfahren und der Justizminister von Baden-Württemberg wäre gut beraten, dieser Justizposse einer durchgeknallten Justiz eine Ende zu bereiten. Unabhängigkeit der Justiz kann nicht Narrenfreiheit für Psychopathen in Justizdiensten bedeuten.
mirrorcola 20.12.2010
2. zur Verantwortung ziehen - Verleumder, Staatsanwälte u. Richter
Wann endlich wagt es eine große Tageszeitung auf der Titelseite Mannheim aufzufordern: Beendet SOFORT die schamlos offen betriebene Rechtsbeugung! Jegliche Einwände dagegen im Sinne von "laufendes Verfahren" etc. gehen ins Leere und sind nicht stichhaltig. Welche sogenannte vierte Gewalt titelt endlich gegen den in Mannheim schamlose betriebenen subversiven Um- bzw. Abbau jeglichen Rechtsstaatsverständnisses? Kernverständnis JEDEN Rechtsstaatsverständnis ist, dass VORHER geregelt wird, was erlaubt und was strafbar ist. Eine NACHTRÄGLICHE Umdeutung ist Unrecht, Willkür und Tyrannei par excellence! Sowohl im Falle der Schwedinnen, wie auch im Fall Kachelmann soll vorherige EINVERNEHMLICHKEIT im NACHHINEIN als 'Vergewaltigung' dargestellt werden. Soll der interessierten Öffentlichkeit unverhohlen vermittelt werden, 'im Zweifel' klagen wir JEDEN wegen irgendwas an. Und sperren Jeden ein. Ermittlungen gegen die sog. "Opfer" VerleumderInnen, Staatsanwälte und Richter - Sofort!
rainer_d 20.12.2010
3. Verstehe ich nicht ganz
Also wenn er schlau gewesen wäre, hätte er es ja abgewaschen. Dann müsste ja kaum noch was nachzuweisen sein. Weder von ihr noch von ihm. Und zwarwohl gleich wenig, nehme ich an? Aber so? Wie geht das zusammen?
ugt 20.12.2010
4. Nun ja ..
Zitat von sysopDer*Gutachter spricht von einer "Mischspur an der Nachweisgrenze": Die angebliche Tatwaffe im Vergewaltigungsprozess um Jörg Kachelmann trägt nur bedingt zur Erhellung des Tatgeschehens bei. Sowohl der Angeklagte als auch die Nebenklägerin sollen das Messer in der Hand gehabt haben.* http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,735659,00.html
Zumindest haben Herr Staatsanwalt und die Polizei keine Beweismittel produziert. Es kann aber nicht mehr lange dauern, dann tauchen "stichhaltige" Beweise von Polizei und Staatsanwaltschaft produziert auf. Meine persönliche Meinung, das arme Opfer will sich nur rächen, weil ihr Kachelmann Hörner aufgesetzt hat. Sie hat schon erreicht was sie will: soziale und wirtschaftliche Vernichtung.
ellereller 20.12.2010
5. Prozessökonomie
Zitat von mirrorcolaWann endlich wagt es eine große Tageszeitung auf der Titelseite Mannheim aufzufordern: Beendet SOFORT die schamlos offen betriebene Rechtsbeugung! Jegliche Einwände dagegen im Sinne von "laufendes Verfahren" etc. gehen ins Leere und sind nicht stichhaltig. Welche sogenannte vierte Gewalt titelt endlich gegen den in Mannheim schamlose betriebenen subversiven Um- bzw. Abbau jeglichen Rechtsstaatsverständnisses? Kernverständnis JEDEN Rechtsstaatsverständnis ist, dass VORHER geregelt wird, was erlaubt und was strafbar ist. Eine NACHTRÄGLICHE Umdeutung ist Unrecht, Willkür und Tyrannei par excellence! Sowohl im Falle der Schwedinnen, wie auch im Fall Kachelmann soll vorherige EINVERNEHMLICHKEIT im NACHHINEIN als 'Vergewaltigung' dargestellt werden. Soll der interessierten Öffentlichkeit unverhohlen vermittelt werden, 'im Zweifel' klagen wir JEDEN wegen irgendwas an. Und sperren Jeden ein. Ermittlungen gegen die sog. "Opfer" VerleumderInnen, Staatsanwälte und Richter - Sofort!
Lesen Sie doch bitte mal § 190 Wahrheitsbeweis durch Strafurteil Ist die behauptete oder verbreitete Tatsache eine Straftat, so ist der Beweis der Wahrheit als erbracht anzusehen, wenn der Beleidigte wegen dieser Tat rechtskräftig verurteilt worden ist. Der Beweis der Wahrheit ist dagegen ausgeschlossen, wenn der Beleidigte vor der Behauptung oder Verbreitung rechtskräftig freigesprochen worden ist. Halten Sie es wirklich auch in Kenntnis der Rechtslage für sinnvoll, "Sofort!" einen Verleumdungsprozess zu beginnen, in dem dann die Vergewaltigung parallel geprüft werden müsste? Im übrigen gilt für Sie und alle anderen, die Rechtsstaatlichkeit einfordern: Lassen Sie doch erstmal das Gericht entscheiden! Zur Rechtsstaatlichkeit gehört die Unabhängigkeit der Gerichte auch von der öffentlichen Meinung.
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