Kachelmann-Prozess Zeugin stundenlang in der Schweiz befragt

Sie hatte sich geweigert, in Deutschland auszusagen: Nun musste sich die angebliche Ex-Freundin von Wettermoderator Jörg Kachelmann in Zürich den Fragen der Ermittler stellen. Die Vernehmung der Zeugin im Vergewaltigungsprozess dauerte mehrere Stunden.

Jörg Kachelmann

Zürich - Der Vergewaltigungsprozess gegen Wettermoderator beschäftigt auch die Behörden außerhalb Deutschlands. Die Staatsanwaltschaft Zürich hat am Dienstag eine Zeugin aus der Schweiz befragt. Die nichtöffentliche Vernehmung einer angeblichen Ex-Freundin des Beschuldigten dauerte mehrere Stunden, wie die Schweizer Nachrichtenagentur SDA berichtet.

Über den Inhalt der Befragung dürfe er keine Angaben machen, wird der Anwalt der Zeugin, Valentin Landmann, zitiert. Es sei nun am Landgericht Mannheim zu entscheiden, ob sich die Aussagen für Kachelmann belastend oder entlastend auswirkten.

Die Befragung führte der Zürcher Staatsanwalt Marcel Strassburger durch. Deutsche Juristen durften die Frau nicht direkt befragen, sondern mussten ihre Fragen zuvor schriftlich einreichen. Der Zürcher Staatsanwalt entschied auch darüber, ob eine Frage zulässig ist oder nicht, wie es weiter hieß.

Kachelmanns angebliche Ex-Freundin hatte sich geweigert, vor einem deutschen Gericht auszusagen. Das Mannheimer Landgericht stellte daraufhin ein Rechtshilfeersuchen, damit die Frau in der Schweiz ihre Aussagen machen konnte.

Auch Kachelmann in Zürich angeblich dabei

Die Befragung sei in einer "ruhigen Atmosphäre" geführt worden, sagte Landmann. Diskussionen habe es wegen einiger formeller Punkte gegeben. Gerügt worden sei unter anderem, dass einige Medien Details zur Schweizer Zeugin publik gemacht hätten.

Laut SDA begann die Vernehmung bereits am Vormittag und zog sich bis in den späten Nachmittag hinein. Anwesend war laut Landmann auch der angeklagte Kachelmann. Das Landgericht Mannheim war mit einer Viererdelegation, die deutsche Staatsanwaltschaft mit zwei Personen vertreten.

Kachelmann steht seit dem vergangenen September wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht. Seine Ex-Geliebte hatte ihn angezeigt. Der 52-Jährige bestreitet die Vorwürfe.

jok/AFP/dpa-AFX

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