Überfall auf Luxuskaufhaus Knapp sieben Jahre Haft für KaDeWe-Räuber

Fünf Maskierte überfielen 2014 das KaDeWe in Berlin und erbeuteten Schmuck im Wert von 800.000 Euro. Ein 30-Jähriger wurde nun zu einer Gefängnisstrafe verurteilt - von der Beute fehlt jede Spur.


Der Raub im Berliner KaDeWe war einer derspektakulärsten in der jüngeren Kriminalgeschichte der Hauptstadt. Fünf Vermummte stürmten am 20. Dezember 2014 das Kaufhaus, versprühten Reizgas, stahlen Schmuck und Uhren im Wert von rund 817.000 Euro.

Das Landgericht Berlin hat nun einen 30-Jährigen wegen besonders schweren Raubes zu sechs Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der vielfach vorbestrafte Angeklagte, Mitglied einer arabischen Großfamilie, an jenem Dezembertag im vorweihnachtlichen Geschäftstrubel gemeinsam mit Komplizen das Kaufhaus überfallen hatte.

Dabei gingen der 30-Jährige und seine Kompagnons wohlrecht dilettantisch vor - so sagte es der Richter in der Urteilsbegründung. Die Maskierten waren bewaffnet in Richtung der Geschäfte von Chopard und Rolex gestürmt. Sie sprühten mit Reizgas um sich und zerschlugen mit Äxten und Macheten die Vitrinen. "Sie verließen nach 79 Sekunden mit 15 Uhren und fünf Schmuckstücken den Tatort", heißt es in der Anklage.

Die Beweislage gestaltete sich lange schwierig - bis ein Mitangeklagter, der das Fluchtauto bereitgestellt hatte, auspackte. Er bekam eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren und wurde im Saal 700 des Berliner Landgerichts von Besuchern beschimpft. Zur Urteilsverkündung waren zahlreiche Familienmitglieder des Hauptangeklagten im Saal.

Was mit der Beute passierte, ist unklar. Eventuell konnten die Gauner einen Teil verkaufen.

hei/gam/dpa



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