Mord durch Unterlassen Mutter von Fünfjähriger zu lebenslanger Haft verurteilt

Eine Mutter aus Kaiserslautern rief keinen Arzt, als ihre Tochter tödlich verunglückte - aus Angst, vorherige Misshandlungen könnten auffallen. Nun hat ein Gericht die Frau und zwei Komplizen verurteilt.


Die Mutter eines im Sommer in Kaiserslautern gestorbenen Mädchens soll lebenslang in Haft. Dieselbe Strafe sprach das Landgericht Kaiserslautern für ein befreundetes Paar der Frau aus. Die drei hätten sich des Mordes durch Unterlassen schuldig gemacht, teilte das Gericht mit.

Das Mädchen war im vergangenen Sommer gestorben, weil ihm nach einem Sturz kein Arzt half. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft riefen weder die Mutter noch das Paar Hilfe. Das Kind lebte damals bei den Freunden ihrer Mutter. Alle drei jetzt Verurteilten hatten dem Urteil zufolge Angst, ein Arzt könne bemerken, dass das Mädchen in den Wochen vor seinem Tod vernachlässigt und misshandelt worden sei.

Den Angaben der Mutter zufolge war die Fünfjährige in der Wohnung der Bekannten gestürzt und gestorben. Eine Streife hatte die insgesamt drei Kinder der Frau für das Jugendamt zuvor wegen des Verdachts der Kindesmisshandlung in Obhut nehmen sollen. Die Beamten trafen die Fünfjährige jedoch nicht an. Daraufhin führte die Mutter die Polizisten zu einer Stelle im Wald, wo sie ihr Kind vergraben hatte.

mxw/dpa



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