Kalabrien Polizei schnappt Mafia-Boss in Bunker

Es gehört zu den 30 gefährlichsten Verbrechern Italiens: Seit vier Jahren ist 'Ndrangheta-Boss Salvatore Coluccio auf der Flucht - jetzt ging er den Ermittlern ins Netz. Er hatte sich gut ausgerüstet in einem Bunker verschanzt.


Rom - Wie die italienische Polizei am Sonntag mitteilte, konnte der mutmaßliche Chef eines 'Ndrangheta-Clans in Südkalabrien in einem Bunker gestellt werden. Das unterirdische Versteck sei mit elektrischem Generator, Belüftungssystem und reichlich Nahrungsmitteln bestückt gewesen, hieß es.

Der römischen Tageszeitung "Repubblica" zufolge soll Coluccio bei seiner Festnahme in Rocella Jonica unbewaffnet gewesen sein und keinen Widerstand geleistet haben.

Den Ermittlern zufolge leitete Coluccio zusammen mit seinem Bruder Giuseppe einen Drogenring, der Rauschgift von Südamerika nach Kalabrien schmuggelt. Giuseppe Coluccio war bereits am 8. August 2008 in Kanada festgenommen und dann nach Italien ausgeliefert worden.

Eine jahrelange Fehde verfeindeter 'Ndrangheta-Clans war nach Einschätzung der Polizei 2007 Hintergrund der Ermordung von sechs Italienern in Duisburg. Die Männer waren in der nähe des Restaurants "Da Bruno" auf offener Straße erschossen worden. Die Morde hatten in Deutschland und Italien für Entsetzen gesorgt.

Die 'Ndrangheta kontrolliert in Europa das Geschäft mit Kokain und nimmt dabei laut Schätzungen von Experten etwa 44 Milliarden Euro pro Jahr ein, was etwa drei Prozent der italienischen Wirtschaftsleistung entspricht.

ala/AFP/Reuters



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