Kalifornien Ärzte boykottieren Hinrichtung aus Gewissensgründen

Im letzten Moment ist die Hinrichtung von Michael Angelo Morales im US-Bundesstaat Kalifornien verschoben worden - auf unbestimmte Zeit. Der Grund: Zwei Narkoseärzte, die die Exekution hätten überwachen sollen, verweigerten ihren Dienst.


San Quentin - Ein Bundesrichter hatte die Anwesenheit eines Narkosearztes bei der Hinrichtung von Michael Angelo Morales in der vergangenen Woche verfügt. Der Mediziner sollte bestätigen, dass Morales unter Narkose steht, bevor er die tödliche Giftspritze erhält. Ein zweiter Anästhesist sollte zur Sicherheit bereitstehen. Beide Ärzte weigerten sich. Sie begründeten ihr Verhalten mit ethischen Bedenken.

Demo von Todesstrafengegnern: "Tötet nicht für mich"
AP

Demo von Todesstrafengegnern: "Tötet nicht für mich"

Ein Sprecher des Staatsgefängnisses von San Quentin sagte, die gesetzliche Frist zur Hinrichtung von Morales laufe um Mitternacht ab. Danach müssten die Behörden von dem Richter, der 1983 das Todesurteil sprach, einen neuen Vollstreckungsbefehl erwirken. Dies könnte sich jedoch als schwierig erweisen, da Richter Charles McGrath sich kürzlich bei Gouverneur Arnold Schwarzenegger für eine Begnadigung des Verurteilten eingesetzt hatte. Zur Begründung sagte er, er halte einen Informanten nicht länger für glaubwürdig, dessen Aussage mit dafür entscheidend war, dass Morales in der Todeszelle landete.

Der Verurteilte hat gestanden, ein 17-jähriges Mädchen vergewaltigt und ermordet zu haben. Er führt die Tat auf Drogen- und Alkoholkonsum zurück.

ffr/AP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.