Kalifornien Dutzende Studenten bei Drogenrazzia festgenommen

Kokain, Ecstasy, Waffen: Bei einer Razzia an der Universität von San Diego in Kalifornien fanden Fahnder kiloweise verbotene Substanzen. Angehörige einer Studentenverbindung hatten zuvor Drogen an verdeckte Ermittler verkauft. Insgesamt wurden 96 Personen verhaftet.


San Diego - Das nennt man eine satte Ausbeute: Insgesamt zwei Kilogramm Kokain beschlagnahmten die kalifornischen Ermittler - außerdem Marihuana, psychedelische Pilze, Haschöl, Methamphetamin und mindestens 60.000 Dollar in bar (38.640 Euro), wie die Behörden mitteilten.

Ein Sheriff bringt einen der Angeklagten ins Oberste Gericht von San Diego County
AP

Ein Sheriff bringt einen der Angeklagten ins Oberste Gericht von San Diego County

Ein Todesfall nach einer Überdosis Kokain hatte die Ermittlungen an der Universität San Diego im vergangenen Jahr ins Rollen gebracht. Am 26. Februar - noch während der laufenden Ermittlungen - sei ein weiterer Student an einer Überdosis Kokain gestorben, sagte ein Sprecher der Drogenpolizei von San Diego (DEA). Insgesamt wurden bereits 96 Personen verhaftet.

Im Zentrum der Untersuchungen standen dabei Studentenverbindungen an der Universität, von denen sechs vorübergehend geschlossen wurden. In der Verbindung Theta Chi fanden die Drogenfahnder Kokain, Ecstasy-Tabletten und drei Schusswaffen. Von den 29 Studenten, die am Dienstag in Theta Chi festgenommen wurden, wurden 18 verhaftet, weil sie Drogen an verdeckte Ermittler verkauft hatten.

Die fünf Monate andauernden verdeckten Ermittlungen hatten ergeben, dass die Rauschmittel nahezu offen verkauft wurden. Ein Student verschickte der Polizei zufolge eine SMS an all seine "treuen Kunden", in der er ihnen mitteilte, dass er und seine "Partner" für einige Tage nicht erreichbar seien, weil sie in Las Vegas wären. Zuvor gebe es aber noch Kokain zu Sonderpreisen.

Von den Festgenommenen stand ein Student kurz vor seinem Abschluss in Strafrecht, der andere sollte seinen Master in Innere Sicherheit (Homeland Security) machen. Einer der Verdächtigen habe bei seiner Festnahme erkundigt, ob diese einen Einfluss darauf habe, dass er Bundespolizeibeamter werden wolle, erklärte Ralph Partridge von der Drogenpolizei (DEA) in San Diego.

ala/AP



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