USA Polizei erschießt erneut unbewaffneten Schwarzen - diesmal in Kalifornien

Erneut haben Polizisten in den USA einen unbewaffneten Schwarzen erschossen. In der Stadt El Cajon nahe San Diego formieren sich Proteste.

Trauernde in El Cajon
Hayne Palmour IV/The San Diego Union-Tribune via AP

Trauernde in El Cajon


Die Serie von Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten reißt nicht ab. Schon wieder ist ein Schwarzer von US-Polizisten erschossen worden - und schon wieder war das Opfer unbewaffnet. Der Vorfall ereignete sich in El Cajon in Südkalifornien, 25 Kilometer von San Diego entfernt.

Berichten zufolge soll die Schwester des Getöteten die Polizei um Hilfe gerufen haben, weil ihr Bruder außer sich war und auf der befahrenen Straße umherlief. Beamte stellten den Mann anschließend hinter einem Restaurant. Laut Polizei hatte sich der Mann merkwürdig verhalten und sich den Anweisungen der Beamten widersetzt, seine Hand aus der Hosentasche zu nehmen.

Die Beamten hätten versucht, mit dem Mann zu sprechen. Er habe plötzlich einen Gegenstand aus seinen Hosentaschen gezogen und damit auf die Polizisten gedeutet. Es habe so ausgesehen, als ob er auf die Beamten habe schießen wollen.

Einer der Beamten habe versucht, den Mann durch einen Taser außer Gefecht zu setzen, sei damit aber gescheitert. Anschließend habe ein anderer Beamter mehrfach scharf geschossen, teilte die Polizei mit. Mit was für einem Gegenstand der Mann auf die Beamten gedeutet haben soll, verriet sie nicht.

In einem Facebook-Video ist zu hören, wie sich eine Augenzeugin gegenüber der Polizei äußert: "Ich sagte: 'Nimm deine Hand aus der Tasche, Baby, oder sie werden dich erschießen.'" Die Frau sagte, der Mann habe etwas in der Hand gehabt, dies sei aber keine Schusswaffe gewesen.

Untersuchung angekündigt

Der örtliche Polizeichef kündigte eine umfassende Untersuchung des Vorfalls an. "Das wird von mehreren Leuten geprüft werden - und nicht nur von unseren eigenen", sagte er.

An der Stelle des Vorfalls versammelten sich kurz danach mehrere Dutzend Demonstranten, die der Polizei vorwarfen, ohne Grund auf den Afroamerikaner geschossen zu haben. Die Proteste blieben friedlich.

Der Tod von Schwarzen durch Polizeigewalt hat quer durch die USA in den vergangenen Jahren immer wieder wütende und teilweise gewalttätige Proteste ausgelöst. Zuletzt führte der Tod des 43-jährigen Keith Lamont Scott in Charlotte im Bundesstaat North Carolina zu Unruhen.

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Proteste in Charlotte: Nacht der Gewalt

jal/dpa/AP/Reuters

insgesamt 55 Beiträge
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reinerhohn 28.09.2016
1. Wieso schiessen..
Polizisten in den USA immer gleich mehrmals auf ihre Opfer und dann auch noch in den Ruecken oder den Kopf. In Deutschland wird doch auch gel. in einem Polizeieinsatz geschossen, aber da zielt man auf die Beine und schießt dann ein mal! Ich bin der Meinung dass hier sehr oft von vordaetzlocher Tötung Unscguldiger gesprochen werden kann
egoneiermann 28.09.2016
2.
Die meisten Menschen die in den USA von Polizisten erschossen werden sind übrigens psychisch Kranke, bei denen die Angehörigen die Polizei holen, weil diese sich seltsam benehmen. Und wer in den USA nicht sofort den Anweisungen der Polizei gehorcht, weil er eben beispielsweise eine Psychose hat, der wird von den "Helfern" als Gefahr eingestuft und wie hier entsprechend behandelt.
espet3 28.09.2016
3.
Da jeder Amerikaner leicht an eine Waffe kommen kann, ist das für die Polizei selbst auch sehr gefährlich. Wer dann den Aufforderungen der Beamten nicht nachkommt, müsste eigentlich anhand der vielen Vorkommnisse in letzter Zeit wissen, was ihm blüht, wenn er sich wiedersetzt.
daniellamar 28.09.2016
4. dümmer gehts nimmer
in diesem Fall wundert es mich nicht. So tragisch so etwas auch ist, wenn man den Anweisungen der Polizei nicht folge leistet, seine Hand nicht aus der Tasche nimmt und dann mit einem Gegenstand auf die Cops zielt, muss man schon lebensmüde sein.
Chris_7 28.09.2016
5. Es kst egal, ob er unbewaffnet war
Es reicht aus, dass er den Anweisungen der Polizeibeamten nicht nachgekommen ist und eine Aktion ausgeführt hat, die die Beamte in eine Bedrohungssituation geführt hat. Es bleibt ihnen dann gar nichts anderes über, als von der Dienstwaffe Gebraucht zu machen. Denn es kann ja niemand ernsthaft erwarten, dass sich der Polizist zuerst erschießen lässt, um dann das Feuer zu erwidern. Auch hier gilt die einfache Regel: Mache genau das, was der Polizist Dir sagt und Dir passiert nichts.
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